Ein osmanischer Großwesir mit preußischen Söhnen

Lange bevor Flugreisen zum Alltag gehörten, waren Menschen mobil und bereisten die Welt. Wie multikulturell es teilweise schon in vergangenen Zeiten zuging, vergessen wir allzu leicht.

Ein interessantes zeitgeschichtliches Dokument früher interkultureller Globalität sind die (leider nicht mehr im Buchhandel erhältlichen) Erinnerungen von Şefik Okday: Der letzte Großwesir und seine preußischen Söhne. (Göttingen, Muster-Schmidt Verlag 1991)

http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons” href=“http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ABundesarchiv_Bild_102-07653%2C_Berlin%2C_Ankunft_des_t%C3%BCrkischen_Aussenministers.jpg”>Bundesarchiv Bild 102-07653, Berlin, Ankunft des türkischen Aussenministers

Der Verfasser des Buchs ist ein Enkel des letzten osmanischen Großwesirs Tewfik Pascha. Der wiederum lernte, als er noch Botschaftssekretär in Athen war, seine zukünftige Frau, eine Schweizerin, bei der Familie des britischen Botschafters kennen, wo sie als Kindermädchen arbeitete.

Die Söhne der beiden wachsen einige Jahre in Berlin auf, wohin der spätere Großwesir 1885 als Botschafter berufen wird. Später dienen sie bei den Gardedragonern und werden an der preußischen Kriegsakademie ausgebildet, werden so zu den „preußischen Söhnen” und zu wichtigen Mittlern zwischen Sprachen und Kulturen.




Dein Kommentar