Eingewandert: Mütze und Schal

Eingewandert: Mütze und Schal

Wärmendes aus dem Orient

Im Oktober ist es in unseren breiten normalerweise noch nicht so kalt, dass man sich so dick einmummeln wie der Spatz auf dem Bild. Aber warme Sachen für den Winter legen wir vorsichtshalber schon jetzt bereit – und verraten, wem wir sie (bzw. die Wörter für Schal und Mütze) zu verdanken haben.

Fangen wir mit dem Schal an. Den kann man erstens schon im Herbst gut gebrauchen und zweitens gibt es keinen Zweifel über die persische Herkunft des Wortes Schal (pers. šāl). Nach Europa gelangte es im 17. Jahrhundert durch eine Reisebeschreibung. Im Englischen wurde das persische Wort zu Shawl und ab dem 19. Jahrhundert endlich verbreitete sich der eingedeutschte Schal. Während in der Ursprungsregion eher ein großes Umschlagtuch als Schal bezeichnet wird, versteht man dieses zugleich wärmende und schmückende Kleidungsstück hierzulande eher als langes, schmales Halstuch. Der klassische Schal wurde aus Wolle gefertigt, heute gibt es Schals in zahlreichen Material- und Farbkombinationen, hergestellt in verschiedenen Techniken.

Ein ebenso nützliches Accessoire und Kleidungsstück bei großer Kälte wie der Schal ist die Mütze. Ihre Funktion als Kopfwärmer ist klar, die Wortherkunft ist etwas nebulös. Als gesichert gilt, dass sich Mütze aus dem mittellateinischen Wort almutium herleitet. Almutium (oder almucium) stehtfür den Umhang (bzw. almucia oder almutia für Kapuze), den mittelalterliche christliche Mönche und Geistliche um Kopf und Schultern gelegt trugen. Die lateinische Wortform mit dem arabischen bestimmten Artikel Al- zu Beginn deutet darauf hin, dass tatsächlich ein arabisches Wort zugrunde liegt. Man vermutet, das es mustaqah ist, ein arabisches Wort, mit dem ursprünglich ein Umhang aus Pelz gemeint war. Das klingt genau nach der wärmenden Funktion, die eine moderne Mütze auch erfüllt. 

Okzident, Orient: Wir finden es wunderbar, wie verwoben unsere Sprachen unsere Kulturen schon seit langer Zeit sind!




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