Halbmondlager mit Moschee

Der Erste Weltkrieg brachte viel Leid für alle Beteiligten. Wenig bekannt ist heute, dass er auch viele Muslime nach Berlin führte, nicht freiwillig allerdings.

Bundesarchiv Bild 146-1995-051-33, Wünsdorf bei Berlin, Gefangenenlager für Araber

Das so genannte Halbmondlager in Wünsdorf bei Berlin war ab 1914 ein Lager für Kriegsgefangene, speziell für muslimische Araber, aber auch für Inder und Afrikaner aus der britischen und französischen Armee. Bis zu 30.000 Kriegsgefangene waren in diesem Lager untergebracht, das oben auf dem Bild aus dem Bundesarchiv zu sehen ist.

Da die Inhaftierten dazu gebracht werden sollten, sich gegen die Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien zu stellen, wurde die Religionsausübung der Muslime im Lager nicht nur geduldet, sondern sogar gefördert. So entstand ausgerechnet in einem Gefangenenlager die erste Moschee auf deutschem Boden, die für religiöse Zwecke errichtet wurde und nicht zur Dekoration. Der Holzbau wurde Mitte der 1920er Jahre wegen Baufälligkeit abgerissen.

Wünsdorf Mosque

Wie viele Kriegsgefangene durch die Moschee und die damit verbundene Möglichkeit zur freien Religionsausübung tatsächlich zum Überlaufenb gebracht wurden, ist nicht bekannt.

Anlässlich einer Ausstellung zum Halbmondlager im Jahr 2007 entstand ein Dokumentarfilm mit umfangreichem Bild- und Tonmaterial zur Geschichte des Lagers und seiner Insassen. Weitere Informationen zum Film und seiner Entstehung auf der Website halfmoonfiles.de.

Allgemeine Informationen zum Halbmondlager auf der Website veikkos-archiv.com.



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