Jusuf und Suleika

Jusuf (auch: Yusuf) und Suleika (auch: Sulayka, Süleyha) gehören zu den klassischen Liebespaaren der islamischen Kulturwelt. Im Koran wird in Sure 12 die Geschichte des Propheten Yusuf erzählt, die der des biblischen Josef sehr ähnlich ist. Die Erzählungen um Jusuf und Suleika ranken sich um die in Koran und Bibel erzählte Episode mit der Frau des Potihpar, eines Hofbeamten des ägyptischen Pharao. Nach der islamischen Version versuchte Suleika, Jusuf zu verführen, der aber die Annäherungsversuche aus Freundschaft zu Potiphar zurückwies. Eine ausführliche überlieferte Version der Erzählungen um Jusuf und Suleika lässt sich bei mythenpflege.de nachlesen.

Inesbesondere in der persischen Literatur wurde der Stoff um Jusuf und Suleika wiederholt aufgegriffen. Bereits der berühmte persische Dichter Abū ʾl-Qāsim Firdausi (940-1020) verfasste ein Gedicht über dieses berühmte Paar. Besonders bekannt ist die Version, die Nur ad-Din Abdur Rahman Dschami (1414-1492) in "Haft Aurang" (Sieben Throne) veröffentlichte. Sie diente sogar im Jahr 2015 als Vorlage für eine pakistanische Fernsehserie.

Yusef Zuleykha

In der Reihe der großen Schriftsteller, die den Stoff um das Liebespaar literarisch verarbeiteten, darf auch Johann Wolfgang von Goethe nicht fehlen. In Kapitel 9 seines West-östlichen Divan findet sich Suleika Nameh, das Buch Suleika. Es beginnt mit den Zeilen

Ich gedachte in der Nacht,
Daß ich den Mond sähe im Schlaf,
Als ich aber erwachte,
Ging unvermutet die Sonne auf.

Ihm ging es dabei weniger um die biblische oder koranische Überlieferung, sondern vielmehr um die Aufarbeitung seiner unglücklichen Liebe zu Marianne von Willemer.




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