Laila und Madschnun

Qais und Laila sind eigentlich die Namen der beiden Liebenden, die doch gar nicht in Liebe zueinander finden dürfen. Aus Verzweiflung darüber, dass seine Liebe zu Laila unerfüllt bleibt, weil ihre Eltern gegen die Verbindung sind, wird Qais schließlich verrückt, er wird zu „Madschnūn Lailā“, dem von Laila Besessenen, und wird nie mehr von seiner unerfüllten Sehnsucht geheilt.

Die Geschichte von Laila und Madschnun ist wohl die im Nahen und Mittleren Osten am meisten verbreitete Erzählung einer unglücklichen Liebe. Die Erzählung ist wahrscheinlich arabischen Ursprungs, aber der Laila-Madschnun-Stoff wurde in vielen Sprachen des Vorderen Orients aufgegriffen. Besonders bekannt wurden persische Versionen der Geschichte um Laila und Madschnun. Kein Geringerer als der berühmte persische Dichter des 12. Jahrhunderts, Nizami, verfasste die wohl bekannteste Version von „Laila und Madschnun“.

Natürlich dürfte auch Johann Wolfgang von Goethe diese Liebesgeschichte bekannt gewesen sein. Im West-Östlichen Divan finden sich folgende Zeilen über Madschnun:

Medschnun heißt – ich will nicht sagen, 
Dass es grad ein Toller heiße; 
Doch ihr müsst mich nicht verklagen, 
Dass ich mich als Medschnun preise.

Wenn die Brust, die redlich volle,
Sich entladet, euch zu retten,
Ruft ihr nicht: "Das ist der Tolle!
Holet Stricke, schaffet Ketten!"

Und wenn ihr zuletzt in Fesseln
Seht die Klügeren verschmachten,
Sengt es euch wie Feuernesseln,
Das vergebens zu betrachten.

In mystischen Deutungen der tragischen Liebesgeschichte symbolisiert Laila das Göttliche und Medschnun das menschliche Streben nach dem Göttlichen.

Seit dem 20. Jahrhundert entstanden zahlreiche Verfilmungen des Stoffes ebenso wie Bühnenadaptionen. 1970 wurde ein Album namens Layla and Other Assorted Love Songs von Derek and the Dominos veröffentlicht, wobei Nizami neben Eric Clapton ausdrücklich als Textquelle genannt wird für den Song "I Am Yours". Im Song "Layla" desselben Albums greift Eric Clapton Themen aus Laila und Medschnun auf.




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