Sabiha Gökçen (21.3.1913 Bursa - 22.3.2001)

Sabiha Gökçen stammte aus einer Familie mit sechs Kindern. Sie war zwölf Jahre alt, als sie von Atatürk adoptiert wurde. Sie besuchte das Istanbul Üzküdar Mädchen College und trat 1935 in die türkische Zivilflugschule ein. Ihren Nachnamen erhielt sie von Atatürk: gök bedeutet Himmel (1934 wurden in der Türkei Familiennamen eingeführt).

Sabiha gokcen

Gemeinsam mit 7 männlichen Piloten wurde sie zur Abrundung der Ausbildung nach Russland geschickt. Sie war die erste Türkin, die Pilotin wurde.

1936 trat sie in die militärische Flugschule in Eskisehir ein. Mit dem Diplom Nummer 372 wurde sie Militärpilotin und ging als weltweit erste Frau, die als Kampfpilotin im Einsatz war, in die Annalen der Geschichte ein.

Nach ihrer Teilnahme an verschiedenen Manövern unternahm sie 1938 auf Einladung einiger Balkanstaaten eine Flugreise, die ihr große Anerkennung einbrachte.

Bis 1955 war sie für die türkische Luftfahrt als Ausbilderin verantwortlich, bis 1964 flog sie selbst.

Dass Atatürk seine Adoptivtochter nicht nur zur Pilotin, sondern auch zur Militärpilotin ausbilden ließ, hatte sicherlich vielschichtige Gründe. So machte er sie einerseits zu einem Symbol der neuen türkischen Frau, der jede Ausbildung offen stehen sollte und die gleichberechtigt Zugang zu allen Bildungswegen und Berufen erhalten sollte. Zum anderen setzte er sie in ihrer Funktion als Militärpilotin für die nationalistischen Zwecke der noch jungen türkischen Republik ein.

Man mag zu militärischen Einsatzen im Allgemeinen und zu denen des türkischen Militärs in den dreißiger Jahren im Besonderen geteilter Meinung sein.
Unbestritten ist jedoch Sabiha Gökçens Vorbildfunktion: Sie bewies, dass eine Frau zur ähnlichen Ausbildung, Leistung und Berufstätigkeit fähig ist wie ein Mann, sofern man aie lässt.

Der 2001 eröffnete zweite internationale Istanbuler Flughafen Sabiha Gökçen ist nach ihr benannt.




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