Stadtentwicklung und Religion

Formen religiöser Gentrifizierung (städtischer Strukturwandel mit steigenden Mieten) in Jakarta und Istanbul schildern Hew Wai Weng und Ayşe Çavdar vom Zentrum Moderner Orient Berlin in Welche Rolle spielt Religion in der Stadtentwicklung?

Im Nahen und Mittleren Osten haben sich schon vor tausenden von Jahren sehr beeindruckende Hochkulturen und Städte entwickelt. Seit dem Aufkommen des Islam im 6. Jh. lässt sich eine islamisch-orientalische Prägung von Städten in diesem Kulturraum beobachten. Islamisch-orientalische Städte zeichnen sich aus durch eine große Moschee im Stadtzentrum mit dem Suq oder Bazar gleich in der Nähe. Traditionell umfasst dieser Bereich Einzelhandel und Handwerk, wobei sich alle Läden und Werkstätten einer Stadt auf diesen Bereich konzentrieren.

Der Suq war ein reines Wirtschaftszentrum, zum Wohnen dienten Wohnviertel, die wiederum kleinere eigene Einheiten biklden konnten mit einer kleineren Moschee und einem kleineren eigenen Suq. Die Bewohner eines Stadtviertels gehörten oft einer bestimmten ehtnischen Gruppe an. Ein bekanntes Beispiel ist der Istanbuler Stadtteil Galata, der früher als Viertel der italienischen und "fränkischen" Händler und ihrer Familien galt.

Bei den modernen Formen islamischer Stadtentwicklung lässt sich beobachten, dass Wohnviertel spezielle muslimische Bedürfnisse berücksichtigen, zum Beispiel durch ein Angbeot an islamischen Banken und Lebensmittelgeschäften mit Halal Food, durch eigens errichtete Moscheen mit dem dazugehörigen Angebot wie etwa Korankursen. Ergänzt werden solche islamischen Wohngebiete durch ungeschriebene Verhaltensvorschriften und -konventionen, etwa in Bezug auf Kleidung und Verhalten von Frauen.




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