Der Ramadan beginnt

Hallo, merhaba und salam, Lela

endlich ist der Ramadan da und ich darf heute das erste Türchen meines Ramadankalenders öffnen. :-)  Seit Tagen ist in meiner Familien zu spüren gewesen, dass es nicht mehr weit ist bis zu diesem Monat. Für Muslime ist der Fastenmonat Ramadan eine ähnlich aufregende Zeit wie der Dezember mit der Vorfreude auf Weihnachten. Wir Kinder freuen uns auf die gemeinsamen Essenszeiten am Abend mit Freunden und Verwandten. Und auf die Überraschungen in unseren Ramadankalendern!

Wer im Juni in Deutschland fastet, hat es nicht leicht. Ihr wisst ja selbst, wie lange es hell ist in dieser Zeit. Da Muslime im Ramadan nur in der Zeit zwischen Sonnenuntergang und Hellwerden essen dürfen, bleibt nicht viel Zeit, wenn man auch noch schlafen will, um für den Alltag fit zu sein. Vor allem, dass man tagsüber auch nichts trinken darf, ist nicht leicht. Wenn es dann auch noch heiß ist und man trotzdem alles wie gewohnt machen will, braucht man schon viel Willenskraft. Aber wer von Herzen fasten will, der schafft das auch, sagt mein Papa. Und wer es nicht schafft, ist deshalb noch lange kein schlechter Mensch. Im Islam darf niemand zu etwas gezwungen werden, sagt mein Papa. Fasten soll keine Qual sein, sondern ein Weg zu innerem Frieden. Wer nur streitsüchtig und missmutig wird, soll lieber Gutes tun, indem er Menschen hilft, die es nicht so gut haben wie wir.

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Märchenhafte Ramadankalender

Hallo, merhaba und salam, Lela

bald ist Muttertag, deshalb möchte ich euch heute eine Geschichte erzählen. Und die geht so:

Es war einmal eine Frau, die hatte drei Kinder. Und einen Mann. Dem Mann gefielen die Adventskalender, die in der Vorweihnachtszeit Kinderaugen zum Leuchten brachten, denn er liebte Schokolade und süße Überraschungen. Dazu müsst ihr wissen, dass der Mann aus einem anderen Land nach Deutschland gekommen war, einem Land, in dem man keine Adventskalender kannte. Für seine Kinder wünschte er sich auch solche Schokoladenkalender, nur sollten die nicht zum Advent passen, sondern zum Ramadan. 

Die Frau liebte ihren Mann und ihre Kinder sehr. Also machte sie sich ans Werk und stellte Ramadankalender her. Weil sie sich dachte, dass es noch mehr Leckermäulchen gibt als den Mann und ihre drei Kinder, stellte sie mehr als vier Kalender her. Was sie erlebte, als sie die neuen Ramadankalender für Kinder auf dem Markt anpries, das lest ihr in der Geschichte vom Kalenderende.

Aber zurück zu meiner Geschichte:

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April, April!

Hallo, merhaba und salam, Lela

habt ihr am 1. April jemanden in den April geschickt? Also mein Bruder Kerim, der will mich jedes Jahr reinlegen. Aber er ist nicht sehr einfallsreich, deshalb weiß ich schon, was kommt. Er will mich nämlich immer mit dicken, fetten Spinnen erschrecken, die angeblich auf meinem Pulli rumkrabbeln. Na gut, beim ersten Mal war ich wirklich erschrocken, das gebe ich zu. Aber jetzt weiß ich, dass ihm nur nichts Besseres einfällt, und bleibe ganz cool. Dafür habe ich ihn reingelegt! Ich habe ihm erzählt, dass sein Fußballtraining schon eine Stunde früher anfängt. Normalerweise wird so was ja über WhatsApp mitgeteilt, aber ich konnte ihm sehr glaubhaft versichern, dass Mama das direkt vom Trainer erfahren hat. Na gut, das war ein harmloser Scherz, aber geärgert hat Kerim sich schon, dass er auf seine kleine Schwester hereingefallen ist.

Was ich mich aber schon lange frage: Wieso macht man besonders gerne ausgerechnet am 1. April solche Scherze? Aprilscherze sind nicht nur in Deutschland üblich, man kennt sie auch in vielen anderen Ländern, auch in der Türkei.

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Türkische Ostern

Hallo, merhaba und salam, Lela

überall in den Geschäften sind bunte Eier und Schokohasen zu sehen: Bald ist Ostern! Erwachsene fragen mich manchmal, ob in der Türkei oder in anderen muslimischen Ländern Ostern gefeiert wird. Ich finde die Frage total blöd. Aber so ist das mit den Großen. Sie tun so allwissend und kapieren die einfachsten Dinge nicht.

Also ganz langsam: In Deutschland feiert man Ostern. Das ist eigentlich ein religiöses christliches Fest, das mit Süßigkeiten und Osterdeko wenig zu tun hat. Und mit dem Islam überhaupt nichts. Natürlich leben auch in anderen Ländern als Deutschland Christen, für die ist Ostern ebenfalls wichtig und sie feiern das Fest. Ich habe mal meine Oma gefragt, die aus Istanbul kommt, wie das in der Türkei ist: Sie kennt Ostern von christlichen Nachbarn dort als „yumurta bayramı“, also als Eierfest. Ein offizielles türkisches Wort für Ostern gibt es auch, nämlich „paskalya“. Statt Frohe Ostern wünscht man „Hayırlı Paskalya!“ – aber natürlich nur denen, die Ostern auch feiern. Da die meisten Menschen in der Türkei Muslime sind, spielen in Geschäften, Schulen und zu Hause und überhaupt überall Osterdeko und Schokoeier überhaupt keine Rolle.

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Wie der Wind

Hallo, merhaba und salam, Lela

verkleidet ihr euch gerne? Mir macht es Spaß, manchmal was ganz anderes anzuziehen als normal. Dann kann ich mir vorstellen, wie es wohl wäre, eine Forschungsreisende zu sein oder eine Astronautin oder was mir gerade einfällt. Aber wenn sich an Fasching oder Karneval erwachsene Leute verkleiden, finde ich das seltsam. Aber auch wenn gerade die närrische Zeit in vollem Gange ist, will ich euch was ganz anderes erzählen. Erst mal eine Frage: Habt ihr schon mal was von Karl May gehört? Meine Mom sagt, dass sie früher, als sie ein Kind war, ganz viele Bücher von ihm gelesen hat. Also ich haber mal reingeguckt in eins seiner Bücher, fand das aber schrecklich langweilig zu lesen.

Aber es gibt ja auch Filme nach Büchern von Karl May. Winnetou und Old Shatterhand zum Beispiel. Die haben ihre Abenteuer in Nordamerika erlebt, im Wilden Westen. Wusstet ihr, dass Karl May auch ganz viele Bücher geschrieben hat, deren Handlung im Nahen Osten spielt, also in Gegenden, in denen heute Länder wie die Türkei, Syrien, Libanon, Irak und Saudi-Arabien liegen? 

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