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Das islamische Recht (Scharia) ist ein integraler Bestandteil des Islam. Es regelt das Verhalten des Menschen in allen Bereichen, religiös und profan, zum Schöpfer und zu allen Mitgeschöpfen.
Während es bei den Schiiten nur eine bedeutende Rechtsschule gibt (die Dschafariten oder Imamiten), bildeten sich bei den Sunniten vier Richtungen heraus, die auch heute noch von großer Bedeutung sind. Heutige Juristen nutzen die Lehren der verschiedenen Schulen für ihre Gesetzeskommentare. Die verschiedenen Schulen unterscheiden sich nicht in grundsätzlichen Fragen, sehr wohl aber in einzelnen Auslegungen. Ein Beispiel finden Sie im Zusammenhang mit dem Opferfest hier.
Man unterscheidet — benannt nach ihrem jeweiligen Gründer — Hanafiten, Malikiten, Schafiiten und Hanbaliten.
Die Rechtsschule der Hanafiten geht zurück auf Abu Hanifa (699-767) und seine Schüler. Die hanafitische Schule herrschte bei Abbasiden und Osmanen vor und wurde in der Regel in ihren Nachfolgestaaten übernommen. Den Hanafiten folgt u. a. die Türkei, Afghanistan, Pakistan, Zentralasien, Indien und China. In Österreich ist der Islam nach hanafitischer Richtung eine staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft.
Ahmad ibn Hanbal (780-855) studierte u.a. bei asch-Schafii. Der Hanbalismus, gerade in dogmatischen und kultischen Fragen sehr konservativ und rigoros, wirkte entscheidend auf den Begründer des Wahhabismus in Saudi-Arabien, Nuhammad ibn Abd al-Wahhab (1703-1787). Zahlenmäßig ist es die kleinste Rechtsschule.
Die Malikiten gehen zurück auf Malik ibn Anas (715-795), der den Rechtsbrauch im Hedschas (im heutigen Saudi-Arabien) zusammenfasste. Diese Rechtsschule verbreitete sich vom Kernland des Islam nach Nordwest-Afrika (Marokko, Algerine, Tunesien), aber auch nach Oberägypten, Mauretanien, Nigeria, dem Sudan, Kuwait und Bahrain.
asch-Schafii (767-820) studierte die beiden früher entstandenen Rechtsschulen im Irak und wirkte später in Ägypten. Heute findet man Schafiiten weitgehend in Unterägypten, Jordanien, Libanon, Südarabien, Indonesien, Malaysia, in zentralasiatischen Gebieten und in Tansania.
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