Iss, mein Pelz, iss!

Eines Tages ging Nasreddin Hodscha in seiner Heimatstadt Akehir an einem Haus vorbei, in dem Hochzeit gefeiert wurde. Zu gerne wollte er ebenfalls an der Festtafel Platz nehmen. Da aber seine Kleidung alt und sein Aussehen unscheinbar waren, nahm niemand von ihm Notiz. Man ließ ihn in einer Ecke neben der Tür sitzen und bald darauf ging Nasreddin Hodscha nach Hause. Er zog seinen schönsten und neuesten Pelz an und kehrte so ins Hochzeitshaus zurück.
Diesmal wurde er schon an der Tür begrüßt und man wies ihm einen Platz am Kopf der Tafel zu. Als das Essen gereicht wurde, sagte der Hodscha : “Iss, mein Pelz, iss!” und bot seinem Pelz die Speisen an, die er selbst nicht aß.

Schließlich kam dieses Verhalten allen Gästen seltsam vor und sie fragten: “Hodscha, warum isst du nicht selbst, sondern bietest die Speisen deinem leblosen Pelz an?”

Da erzählte der Hodscha, wie es ihm bei seinem ersten Kommen ergangen war, und sagte: “Die ganze Aufmerksamkeit gilt dem Pelz, also soll er auch essen!”




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