Bücher zum Sufismus

Der in der Schweiz ansässige Chalice Verlag hat sich auf spirituelle Literatur spezialisiert. Unter den Publikationen des Verlags finden sich auch viele Werke zur islamischen Mystik und zum Sufismus. Bemerkenswert u. a. ist eine neue Lizenzausgabe des Klassikers von Annemarie Schimmel über den persischen Mystiker al-Halladsch, der im Jahr 922 von  religiösen Extremisten ermordet wurde: Halladsch - Oh Leute, rettet mich vor Gott*. 

Im Verlagsprogramm finden sich auch Werke zu Ibn Arabi, der im 12./13. Jahrhundert im mittelalterlichen Andalusien lebte, und von Bülent Rauf, der sich im 20. Jahrhundert der Weitergabe von Ibn Arabis Werk widmete und mit seinen Veröffentlichungen zum Verständnis der gemeinsamen Grundlagen der abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam beiträgt.

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Delikate Pistazien

Pistazien sind Nüsse – oder? Als Nüsse genießen wir sie und vergessen darüber, dass Pistazien Steinfrüchte und damit biologisch verwandt sind mit Oliven, Pfirsichen und ähnlichen Früchten. Im Gegensatz zu ihnen essen wir bei Pistazien gewissermaßen den Kern. Pistazien enthalten viel Vitamin E und sollen dabei helfen, Krebserkrankungen vorzubeugen und das Immunsystem zu stärken.

An dieser Stelle interessiert uns vor allem das Wort Pistazie: Woher stammt es?

Die Antwort, Sie ahnen es, lautet: aus dem Orient. Der Ursprung des Wortes Pistazie liegt in der persischen Sprache. Wie andere ursprünglich persische Wörter (z. B. Paradies, Karawane, Basar) gelangte es nicht direkt vom Persischen ins Deutsche, sondern auf Umwegen. Aus pers. pistah wurde griech. pistake bzw. pistakion, lat. pistacia und pistacium, ital. pistacchio, bis schließlich im Deutschen die Pistazie daraus wurde.

Im Arabischen, das kein p kennt, wurde das persische Wort für Pistazie zu فستق (fustuq), im heutigen Türkischen heißt die Pistazie fıstık.

Ursprünglich stammt der Pistazienstrauch übrigens aus West- und Kleinasien und verbreitete sich dann im gesamten Mittelmeerraum. Heute wachsen Pistazienbäume auch in Nordamerika und in Asien. Weltweit sind Menschen man auf den Geschmack dieser schmackhaften Nussart gekommen.

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Die Vermessung der Welt – aus arabischer Sicht

Wissenschaftsgeschichte in Europa würdigt die Erkenntnisse arabisch-islamischer Wissenschaftler oft nur am Rande. Seit Jahrzehnten forscht Professor Dr. Fuat Sezgin zur frühen arabisch-islamischen Wissenschaftsgeschichte. Seine umfangreiche Geschichte des arabischen Schrifttums, bestehend aus inzwischen 15 Bänden zu so unterschiedlichen Bereichen wie Grammatik, Medizin, Mathematik, Botanik, Chemie, Astronomie, Geografie und Kartografie – um nur einige zu nennen –, wurde zum wissenschaftlichen Standardwerk.

Das Buch Die Karte des Piri Re'is. Das vergessene Wissen der Araber und die Entdeckung Amerikas* von Susanne Billig würdigt Professor Sezgins Arbeit und macht einen Teil seiner Forschungen für Laien zugänglich. Dabei geht es besonders um das arabische Wissen in Astronomie, Geografie, Kartografie und Nautik, um die berühmte Weltkarte des osmanischen Generals Piri Reïs und die Frage, ob vor Kolumbus nicht schon muslimische Seefahrer an amerikanischen Küsten landeten. Vielleicht lässt sich nicht eindeutig klären, wer wann und wo genau zuerst per Schiff nach Amerika gelangte. Sezgins Forschungen und Billigs Buch zeigen jedenfalls den hoch entwickelten Stand der Wissenschaften im frühen Mittelalter auf – zu einer Zeit, als Europa noch weit entfernt von bedeutenden wissenschaftlichen Forschungen und Entwicklungen war. 

Vielleicht kann das Buch mindestens bei einigen Gespür und Verständnis dafür wecken, dass sich die Welt nicht ausschließlich um Europa dreht und dass andere Blickwinkel und neue Perspektiven schon immer für einen erweiterten Horizont gesorgt haben.

“Die Karte des Piri Re'is von Susanne Billig
C. H. Beck 2017, 303 Seiten, gebunden Euro 18,95 E-Book Euro 14,99
ISBN 3406713513

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Ein neues Jahr beginnt

Der Beginn des neuen Jahres nach dem islamischen Kalender ist mehr ein Tag des Gedenkens als ein Feiertag: Jetzt beginnt das Jahr 1439 H. Der Buchstabe H. steht für Hidschra, das arabische Wort bedeutet Auszug, Auswanderung. Die islamische Zeitrechnung  beginnt mit dem Auszug des Propheten Muhammad (as) und seiner Anhaänger aus Mekka nach Medina, wo das erste islamisch geprägte Staatswesen entstand. Der Auszug von Mekka nach Medina fand im Jahr 622 n. Ch. statt, dieses Jahr markiert den Beginn der islamischen Zeitrechnung, die sich am Mond orientiert (mehr dazu hier: Islamischer Kalender). Mit dem 1. Muharram beginnt seither das islamische neue Jahr. 

Ein Feuerwerk zur Begrüßung des neuen Jahres ist nicht üblich. In manchen Regionen wird das neue Jahr mit einem festlichen Essen begrüßt, dessen sieben Bestandteile die Hoffnung auf eien guten Neuanfang symbolisieren.

Der islamische Kalender dient heute vor allem der Berechnung der wichtigen religiösen Fest- und Feiertage. In den meisten mehrheitlich von Muslimen bewohnten Ländern orientiert man sich im Alltag in der Regel an den Daten des gregorianischen Kalenders.

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