Wissenswertes über den Iran

Erinnern Sie sich an das Buch Islam verstehen aus der Feder des renommierten Sachbuchautors Gerhard Schweizer? Wir haben es Ihnen 2016 hier vorgestellt. Jetzt hat der in Wien lebende Kulturwissenschaftler ein weitere Buch vorgelegt, das Hintergrundwissen zu einem vielschichtigen Land liefert, nämlich zum Iran. Das Buch trägt den Titel „Iran verstehen. Geschichte, Gesellschaft, Religion“ und ist 2017 erschienen bei Klett Cotta. Der Verlag hat uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Das Buch beruht auf Schweizers 2005 veröffentlichtem Werk „Iran. Drehscheibe zwischen Ost und West“. Für die neue Ausgabe wurde das  Buch überarbeitet und aktualisiert, außerdem flossen Schweizers Eindrücke aus einer Reise in den Iran im Herbst 2006 in die aktuelle Ausgabe „Iran verstehen“ mit ein.

Das Taschenbuch umfasst 720 Seiten, die auch nötig sind, um auch nur annähernd Kultur, Geschichte und Politik eines Landes gerecht zu werden, das auf eine Jahrtausende alte kulturhistorische Entwicklung zurückblickt und seit der iranischen Revolution von 1979 als schiitischer Gottesstaat zu zeitgeschichtlichen Kontroversen beiträgt.

Auf einige einleitende Kapitel zur aktuellen Situation des Landes folgen fundierte Einblicke in den faszinierenden Iran. Unter dem Obertitel „Propheten und Gottkönige“ widmet sich Schweizer der vorislamischen Geschichte des Landes. Im nächsten Hauptkapitel „Iran und Islam“ setzt sich der Autor mit der historischen Entwicklung bis einschließlich der Mongolenherrschaft auseinander. Das Kapitel „Schiiten und Sunniten“ ist der religiösen Spaltung der Muslime nach dem Tod des Propheten gewidmet, einer Spaltung, die damals weitreichende Folgen hatte und bis heute Konfliktpotenzial mit sich bringt. Im Abschnitt „Die Verwestlichung und der Gegenschlag“ wird aufgezeigt, wie sich die innergesellschaftlichen Verwerfungen entwickelten, die im Spannungsfeld verschiedenster Einflüsse schließlich zur islamischen Revolution führten. Auch der schiitische Gottesstaat ist kein Endpunkt, sondern zahlreichen Veränderungen und Entwicklungen unterworfen, wie das abschließende Oberkapitel „Fundamentalisten und Reformer“ zeigt, dass wiederum in fünf umfangreiche Unterkapitel aufgeteilt ist, die sich der jüngsten Geschichte und Politik des Landes annimmt.

Eine Zeittafel, Literaturhinweise und ein Personenregister runden das Buch ab, das Leser schnell in seinen Bann zieht und durch kenntnisreiche Darstellung überzeugt. Wer sich über kurze Nachrichtenmeldungen hinaus ein besseres Bild machen möchte über ein hochinteressantes Land und seine Menschen, dem kann „Iran verstehen. Geschichte, Gesellschaft, Religion“ von Gerhard Schweizer nur empfohlen werden. 

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Von Sufis und Derwischen

Sufismus wird die mystische Frömmigkeit im Islam genannt. Der Begriff leitet sich vermutlich ab von suf, dem arabischen Wort für Wolle, wegen der von den Sufis getragenen wollenen Gewänder.

Die Sufis bemühen sich, durchaus nicht immer im Einklang mit der orthodoxen Gesetzesreligion, um die Überwindung der Kluft zwischen Mensch und Gott. Die Liebe zu Gott muss alles andere verdrängen, so dass durch absolutes Gottvertrauen im Augenblick der mystischen Selbstentäußerung das Ziel der Vereinigung mit Gott erreicht werden kann.

Einer Frau, nämlich der Mystikerin Rabia al-Adawiya (gest. 801) werden die ersten Verse über mystische Themen zugeschrieben.

Mit Derwisch bezeichnet man einen der Sufis, die sich oft in Männerorden (tariqa) organisierten, teils auch als bettelnde Wanderderwische umherzogen, erfüllt vom Streben nach der Vereinigung mit Gott.

http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons” href=“http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ADervishes_Avanos.JPG”>Dervishes Avanos

Bekannt im Westen ist besonders der Zikr (eine Kombination aus litaneiartigen Gebeten und Anrufungen Gottes mit drehenden, tanzartigen Bewegungen) des Mevleviye-Ordens, der so genannten tanzenden Derwische.

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