Das werde ich doch sagen dürfen

Das werde ich doch sagen dürfen

Sieben, nein acht Jahre. Ist das ein langer oder ein kurzer Zeitraum? Wie immer kommt das Empfingen auf den Standpunkt an. Acht Jahre ist es her, dass Sarrazins Buch "Deutschland schafft sich ab erschien" und damit die scheinbar so harmlosen Worte "Das wird man doch noch sagen dürfen" leider wieder salonfähig machte. 

Mit Bedauern darüber ist es nicht getan. Denn dieser Ausspruch kommt meist von Menschen, die extrem rechtes Gedankengut vertreten. Und da hört für mich die Meinungsfreiheit auf. 

Nein, man darf nicht alles sagen und auch nicht denken. Meinungsfreiheit hört da auf, wo sie grundlegenden Menschenrechten anderer Personen zuwiderläuft. 

Deutschland hatte aus den dunkelsten Kapiteln seiner Geschichte gelernt, so schien es in den letzten Jahrzehnten. Jetzt zeigt sich schon wieder, wie dünn die zivilisatorische Tünche bei einigen ist, wie erschreckend schnell Ausgrenzung, Hass und Gewalt an die Oberfläche gelangen. Ich fasse es nicht. Wie können wir dem Hass begegnen?

Ich bin froh, dass es sehr viele Menschen mit Güte, Bildung und Weitsicht gibt. An manchen Tagen aber, ich gebe es zu, bin ich mutlos, ob sie wirklich etwas gegen die Lawine des Unsäglichen ausrichten können. 

Aufgeben ist keine Option. 




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