Bogenschießen

Sport und Islam

Sport und Muslime – ob das zusammenpasst, wird oft bezweifelt. Meist geht es dabei allerdings nicht um alle Muslime, sondern um muslimische Frauen, speziell um solche, die auf ihre Kopfbedeckung (Hidschab) nicht verzichten wollen.

Dass Sport ein Grundrecht und vor allem ein Grundbedürfnis jedes Menschen ist, setzen wir als anerkannt und gegeben voraus. „Die Ausübung von Sport ist ein Menschenrecht“, heißt es ausdrücklich in der Olympischen Charta. Dass es, aus welchen Gründen auch immer, nicht überall gerne gesehen wird, dass Menschen Sport treiben, steht auf einam anderen Blatt.

Was die Beziehung zwischen Islam und Sport betrifft, so ist die Sache eigentlich klar: Sowohl im Koran als auch in der Sunna sind Hinweise auf Sport zu finden. So heißt es etwa im Koran in Sure 16, 8: „Und Er erschuf die Pferde und die Maultiere und die Esel, damit ihr auf ihnen reitet und als Schmuck …“ Einer Überlieferung von Aischa zufolge soll der Prophet (a.s.) sogar mit ihr um die Wette gelaufen sein, wobei einmal sie ihn, einmal er sie besiegte. Weitere Sportarten, die in Hadithen (Überlieferungen) ausdrücklich als empfehlenswert genannt werden, sind u. a. Bogenschießen und Schwimmen.

Grundsätzlich lässt sich also auch von islamischer theologischer Seite Zustimmung für sportliche Aktivitäten finden. Dass insbesondere Frauen aber häufig der Zugang zum Sport verwehrt wird, steht wiederum auf einem ganz anderen Blatt.

Immerhin räumt nun auch der Olympische Sportbund dem Thema Sport und muslimische Frauen etwas Platz ein, zum Beispiel mit dem Beitrag Der Prophet, war Athlet.

Muslimische Frauen in aller Welt haben längst die Initiative ergriffen und treiben Sport – mit oder ohne Kopfbedeckung, wie es ihrer persönlichen Einstellung entspricht. Erstmals wird bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro für die USA eine Sportlerin mit der muslimischen Kopfbedeckung Hidschab an den Start gehen, nämlich die Fechterin Ibtihaj Muhammad.




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