Typisch christlich? Typisch deutsch!

Frage: Adventskalender sind ein christlicher Brauch. Es ist doch nicht gut, christliche Bräuche nachzuahmen?

Antwort: Adventskalender gibt es erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts und sie sind eine typisch deutsche Erscheinung. Man kennt sie zwar auch in anderen Ländern, aber dort sind sie längst nicht so gebräuchlich und verbreitet wie in Deutschland. Mit dem Christentum als Religion haben sie überhaupt nichts zu tun. Adventskalender sind ein Brauch, der sich für die Kinder entwickelt hat, um ihnen die Zeit bis zum Weihnachtsfest (und damit bis zu den Geschenken…) zu verkürzen.

Mit dem Ramadankalender warten die Kinder nicht auf ein Fest, sondern sie zählen die 30 Fastentage. Der Kalender belohnt die Kinder abends nach jedem einzelnen Fastentag. Damit erhalten sie einen Anreiz, selbst zu fasten oder es zu versuchen. Entsprechende Bräuche (d. h. eine Überraschung für die Kinder beim Fastenbrechen) gibt es in vielen Regionen der islamischen Welt in unterschiedlichen Formen.

Der Ramadankalender gibt Kindern, die in einer nicht muslimisch geprägten Welt aufwachsen, einen Orientierungspunkt und hilft ihnen, ihre eigene Identität zu stärken. In Europa ist der Islam in der Minderheit. Gerade hier brauchen Kinder Hilfe, um selbst zu sehen und um anderen zeigen zu können: Der Islam ist schön. Kindern nützen keine theoretischen Erläuterungen, sie brauchen Dinge, die sie ”begreifen” können. In Kindergärten und Grundschulen vermitteln die Ramadankalender den nicht muslimischen Kindern Wissen über muslimische Feste.

Viele Muslime kaufen ihren Kindern Adventskalender, weil die Kinder quengeln und nicht verstehen, warum nur die anderen ”so etwas Schönes” haben. Mit dem Ramadankalender gibt es eine Alternative.




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