Wer hat Angst vorm Migrantenkind?

Wer hat Angst vorm Migrantenkind?

Dass schon Grundschulkinder unter Leistungsdruck leiden, ist hinlänglich bekannt. Natürlich wollen alle Eltern nur der Beste für ihre Kinder. Das ist nachvollziehbar und verständlich. Aber welche Schule ist die beste für ein Kind, das gerade eingeschult wird? Darüber gehen die Meinungen sehr auseinander. Ziemlich einig scheinen sich viele mehr oder weniger deutsche Eltern nur in dem Punkt zu sein, dass Grundschulen mit einem hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund nicht die besten Grundlagen für schulischen Erfolg legen.

Bisher ist die Grundschule ist einzige Schulform Deutschlands, in der fast alle Kinder eines Jahrgangs zusammen lernen – ohne eine Differenzierung nach Leistung oder anderen Kriterien wie bei anderen Schulformen. In den meisten Bundesländern gibt es eine Einteilung in Grundschulbezirke, die bewirken soll, dass Kinder eine Grundschule besuchen, die in der Nähe ihres Wohnorts liegen. Allerdings finden Eltern im Zweifelsfall Wege und Möglichkeiten, ihre Kinder auf eine Grundschule ihrer Wahl zu schicken – sei es durch die Wahl einer Privatschule oder Ähnliches.

Dabei sind gerade Schulen in vermeintlichen Problembezirken oft besser ausgestattet als Schulen in vermeintlich unauffälligen Gegenden und die Pädagogen dort oft besonders engagiert. Hinzu kommt, dass viele Eltern zu vergessen scheinen, dass Kinder aus Migrantenfamilien etwas mitbringen, worum andere sie beneiden könnten: die Vorteile der Mehrsprachigkeit

Nur wenige Eltern entscheiden so wie Anouks Eltern in Berlin-Kreuzberg, wie ein nicht neuer und dennoch zeitlos aktueller Artikel aus dem Jahr 2013 berichtet, Zitat: Sie wollen, dass die Kreuzberger miteinander leben, nicht nebeneinander.

Miteinander leben, dass scheint vielen Eltern leider weit weniger wichtiger zu sein als Erfolgsdruck von der ersten Klasse an. Was ist das Beste für mein Kind? Einfache Antworten auf diese Frage scheint es nicht zu geben.



Kommentare (2)

  • Thomas Arbs

    19.04.2016 um 08:33 Uhr Antworten

    Dass sie vor dem Migrantenkind keine Angst haben müssen, haben die Kinder hier schon im Kindergarten gelernt. Der war evangelisch, und gern besucht von moslemischen Familien. An der Grundschule waren es dann neben türkischen Kindern auch koreanische und französische. Die Klammer, die ein Funktionieren der Integration gewährleistet, heißt Sprache - die Kinder, die schon im Kindergarten waren, sprechen gut deutsch, und wenn sie das können, kann der Rest auch ganz selbstverständlich funktionieren. Das Kopftuch der Mutter ist sicher kein Hindernis. Der zehnjährige Junge, der seiner Mutter Anweisungen gibt, weil er ja der Mann ist, erschreckt da schon eher, selbst ungehorsame hiesige Kinder ahnen, dass es sorum nicht gehört.


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