Halal-Sex

Jean-Paul Flandrin - Odalisque with Slave - Walters 37887

So oder ähnlich wie auf dem Gemälde von Ingres und Flandrin aus dem Jahr 1842 stellten sich prüde Europäer das Leben in orientalischen Harems vor, zur Freude vieler europäischer Männer vermutlich. Die britische Lady Mary Wortley Montagu hatte bereits ein Jahrhundert zuvor in ihren Briefen aus dem Orient Erstaunliches über das freizügige Leben der ormanischen Damen zu berichten gehabt und damit die Phantasie europäischer Männer beflügelt, denen ein Blick in die nach außen verschlossene Welt muslimischer Frauen verwehrt blieb.


Inzwischen haben sich die Bilder gewandelt, die Europäer in ihren Köpfen tragen. Muslimische Frauen werden nicht mit Sinnesfreude und Körperlust in Verbindung gebracht, sondern mit dunkler Ganzkörperverschleierung und finsteren Begleitern, die sich als Moralapostel gebärden. Da stößt die Meldung der US-amerikanischen International Business Times über einen Sex-Shop ausgerechnet in Mekka, dem Zentrum islamischer Religion, auf größtes Erstaunen: Halal Sex Shop Opening. Unglaublich, auch Muslime haben Sex! Gerne noch dazu! 

Was genau an dem Shop nun halal sein soll, bleibt unklar. Das arabische Wort halal (mit emphatischem h) bedeutet im islamischen Recht so viel wie zulässig, erlaubt. Vermutlich soll so demonstriert werden, dass alles mit rechten islamischen Dingen zugeht. Nun denn, solange die Moralwächter sich aus den Schlafzimmern heraushalten, dürften alle zufrieden sein, so hoffen wir jedenfalls. 





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