Woher kommst du?

Hallo, merhaba und salam, Lela

bestimmt seid ihr das auch schon gefragt worden: „Woher kommst du?“ Natürlich antworte ich: „Aus Frankfurt!“ Was denn sonst? Ihr kennt das ja. Was Leute, die so fragen, wirklich meinen, ist natürlich: Aus welchem Land kommt deine Familie? Da klingt der Unterton mit: Was machst du überhaupt in Deutschland? Was man so macht in dem Land, in dem man geboren ist: leben!

Ihr seht, ich bin heute sehr philosophisch gestimmt. Egal, ich bin hier und hier sind im Dezember auch der Weihnachtsmann, die Krippe mit dem kleinen Jesuskind und ganz viel Süßes: Stollen mit leckeren Rosinen (ja, ich liebe die!) zum Beispiel und jede Menge Kekse und Plätzchen (habt ihr schon die Blümchenplätzchen probiert, die Engelsaugen oder die Fensterkekse? Mmmmmmh, superlecker!). 

Was das mit dem Land zu tun hat, aus dem jemand kommt? Ganz einfach: Woher kommen die Gewürze in den Leckereien ursprünglich, habt ihr darüber mal nachgedacht? Nicht aus dem Supermarkt an der Ecke jedenfalls. 

Der Weihnachtsmann ist auch nur eingebürgert. Ihr wisst ja sicher noch, was ich euch über sein historisches Vorbild erzählt habe, den heiligen Nikolaus von Myra? Wenn nicht, dann lest hier weiter: Der Nikolaus kommt an Silvester.

Und dann ist da noch die Krippe mit Jesus, Maria, Josef, Ochs und Esel und den drei weisen Königen aus dem Morgenland. Wo die Krippe stand, wisst ihr: in Bethlehem. Im Nahen Osten also, in einer Gegend, die nicht bekannt ist dafür, überwiegend von Deutschen bewohnt zu sein. Im Internet gibt es nette Memes dazu: Wenn man alle „Fremdländischen“ aus der Krippe entfernt, bleibt nur der nackte Stall übrig.

Leute gibt's. Ich jedenfalls bin hier und bleibe auch hier, weil ich hierher gehöre. Punkt.

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Sahlep tut so gut wie heißer Kakao

Hallo, merhaba und salam, Lela

die Uhren sind umgestellt, Winterzeit ist angesagt. Das bedeutet, dass es abends schon wieder ziemlich früh dunkel wird. Das ist schade, weil ich dann nicht mehr so lange draußen sein kann. 

Aber alles hat ja auch was Gutes. In diesem Fall sind das die warmen Getränke, die man an dunklen Herbstabenden trinken kann. (An langen Winterabenden tut ein warmer Kakao natürlich auch gut!) Ihr kennt das: Ein heißes Getränk tut einfach gut. Meine Mama würde sagen: Es wärmt auch die Seele. Ein warmer Kakao schmeckt nun mal wunderbar gut.

In der Türkei kennt man noch ein anderes Wintergetränk, das Körper und Seele tröstet: Salep oder Sahlep oder Sahleb oder Sahlab. Die Rechtschreibung ist ausnahmsweise egal, Hauptsache die Zutaten und das wärmende Ergebnis stimmen. Das Getränk kann auf so viele Arten geschrieben werden, weil man es auch in arabischen Ländern gerne trinkt und es bei der Umschrift von arabischen Buchstaben in unsere Schrift immer mehrere Möglichkeiten gibt.

Am wichtigsten ist, dass die Zutaten für das Getränk stimmen: Milch und Zucker gehören natürlich rein. Vor allem braucht man dann Salep-Pulver. Das wird gewonnen aus den Wurzeln von Erdorchideen (in Deutschland nennt man dieses Salepkraut auch Knabenkraut).

 Diese Mischung aus Salep-Pulver, Milch und Zucker wird erhitzt und kann vor dem Trinken noch nach Lust, Laune und Geschmack verziert werden, z. B. mit fein gehackten Nüssen oder Pistazien oder mit Zimt.

Probiert mal aus, wie euch Sahlep schmeckt! Oder bleibt ihr doch lieber beim Kakao?

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Drachen steigen lassen

Hallo, merhaba und salam, Lela

Herbstzeit ist Drachenzeit! Habt ihr schon euren Drachen steigen lassen? Habt ihr überhaupt einen eigenen Drachen? Es gibt ja supertolle Lenkdrachen und Drachen in allen Farben und Formen. Aber ich behaupte, dass Drachen stigen lassen am allermeisten Spaß macht, wenn man den Drachen auch selbst gebastelt hat.

Einen Drachen basteln ist gar nicht schwierig. Die wichtigsten Zutaten sind Krepppapier, eine Leine, Schere und Kleber. Ob der Drachen mehr wie ein Viereck oder wie eine Raute aussehen soll, bleibt euch überlassen. Natürlich könnt ihr mit bunten Stiften dem Drachen ein lustiges Gesicht aufmalen. 

Damit der Drachen gut fliegt, ist ziemlich viel Drachenbaugeschick nötig. Ich vermute, wenn es ums Fliegen geht, ist man mit einem gekauften Drachen besser bedient. Aber vielleicht fliegt euer selbst gebastelter Drache ja super! Was man mit einem Drachen machen kann, den man selbst gemacht hat, weiß ich auf jeden Fall: Man kann ihn ans Fahhrad binden und hinterherfliegen lassen, man kann ihn auf dem Balkon oder im Garten befestigen und zugucken, wie er im Wind flattert, man kann ein Fenster damit dekorieren oder eine Freundin mit einem liebevolle gebastelten Minidrachen überraschen. Höchtse Zeit jedenfalls für einen Drachen, damit ihr das gute Herbstwetter noch ausnutzen könnt!

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Eis essen

Hallo, merhaba und salam, Lela

esst ihr eigentlich gerne Eis? Der Sommer ist fast ganz vorbei, aber ich finde, Eis kann man immer essen. Okay, ich gebe es zu: Ich bin ein Eis-Fan. Wie mögt ihr euer Eis am liebsten: am Stiel, im Becher, in der Waffel? Ich habe keine Lieblingseissorte, aber ich schlecke mein Eis am liebsten aus einer Waffel.

Besonders viel Spaß macht das in der Türkei. Wart ihr schon mal irgendwo in der Türkei und habt da einen Verkäufer für Maraş-Eis erlebt?

So einfach ist es nämlich nicht, an das Eis (türk. dondurma) zu kommen, die Verkäufer kennen gute Tricks, mit denen sie die Eiswaffeln immer nur fast in den Händen der Kinder oder Erwachsenen landen lassen. Ihr müsst das mal probieren!

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Endlich Ferien!

Hallo, merhaba und salam, Lela

wie geht es euch, habt ihr schon Sommerferien? Ich schon. Das heißt, dass ich auch schon mein Zeugnis bekommen habe. Über das Zeugnis will ich euch heute was erzählen. Halt, stimmt nicht ganz, mein Zeugnis und meine Noten verrate ich euch nämlich nicht. Die sind ganz im Ordnung, aber das ist trotzdem Privatsache! Aber ich habe mich gefragt, wie es Kindern in anderen Ländern in der Schule geht. Kriegen sie auch Zeugnisse?

Also habe ich mich ein bisschen umgehört und umgesehen und verrate euch, was ich entdeckt habe. Also Schulnoten werden schon seit ziemlich langer Zeit verteilt. Was sie aussagen, darüber streiten sich die Erwachsenen aber immer wieder (so wie Schüler*innen und ihre Eltern mit Lehrer*innen?). Irgendwo habe ich gelesen, dass schon im alten Rom Schulleistungen bewertet wurden. Es gab keine Zeugnisse mit Noten, aber die Schüler wurden so aufgestellt, dass der beste Schüler vorne stand. (Was ich nicht gelesen habe: Wie war das mit den Mädchen, durften die überhaupt zur Schule gehen?)

Erst vor ungefähr 400 Jahren fingen Schulen in Deutschland an, Zeugnisse zu geben. Bis sie fester Bestandteil der Schulzeit wurden, dauerte es ab dann immer noch eine ganze Weile. Grundsätzlich sollten Zeugnisse und Noten Schulleistungen vergleichbarer machen, aber ihr wisst ja selbst, was davon zu halten ist: andere Lehrer, andere Noten.

In manchen Ländern bekommt man ab der ersten Klasse Noten, in anderen erst mal nur ein allgemeines Zeugnis ohne Benotung.

In Deutschland gibt es die Noten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend). Die 6 ist noch jung, sie gibt es erst seit 80 Jahren! In der Türkei war es genau umgekehrt, hat mir meine Oma erzählt: 5 war die beste Note, 1 die schlechteste. In Nordamerika bekommt man Buchstaben: A ist am besten, E oder F ganz, ganz schlecht. In China gibt es ganz besonders viele Noten: von 1 bis 100, wobei 100 am besten ist. In vielen Ländern gibt es offenbar ein Punktesystem, aber die Systeme zur Bewertung sind überall anders. Ganz schön kompliziert. Oder doch nicht, denn es reicht, wenn man weiß, was an der eigenen Schule gilt. 

Dass man sich irgendwie rausreden kann ("an der Schule, von der ich komme, war 6 aber die beste Note!"), dürfte schwierig sein, fürchte ich.

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