Türkischer Kaviar

Kaviar hat den Ruf des Luxus-Fingerfood der Reichen und Schönen. Eigentlich ist Kaviar nichts anderes als Rogen, auf gut Deutsch sind das Fischeier. Für Kaviar verwendet man den Rogen von Stör-Arten, als besonders wertvoll gilt russischer Kaviar bzw. der von Stören aus dem Schwarzen Meer, aus dem Asowschen und dem Kaspischen Meer und aus dem Nordpolarmeer. 

Acipenser oxyrinchus BM

Ob man Fischeier essen soll / darf / kann, sei dahingestellt. An Hier geht es uns lediglich um die Herkunft des Wortes Kaviar. Das Wort gehört zu den Wörtern, die aus der türkischen Sprache ins Deutsche gelangten. Als Ursprungswort für das türkische Wort gilt wiederum das persische Wort خاویار: Xāviār. Daraus wurde türkisch havyar (früher auch so geschrieben:  chavijar). Aus der türkischen Sprache gelangte der Kaviar offenbar als caviaro in die italienische Spracheund als Kaviar ins Deutsche.

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Woher kommt die Aubergine?

Vom exotischen Gemüse sind sie längst zum gewohnten Anblick am heimischen Gemüsestand geworden: die Auberginen. Manchmal werden sie auch „Eierfrucht“ (auf Englisch: eggplant) genannt. Das liegt wohl an ihrem Aussehen, das – mit sehr, sehr viel Fantasie – an ein riesengroßes, dunkles Ei erinnern könnte. Dem Wesen der Auberginen besser gerecht werden da schon die klangvollen Bezeichnungen der türkischen Küche: „Der Imam fiel in Ohnmacht“ (auf Türkisch: İmam bayıldı) heißt ein vegetarisches Gericht aus mit Zwiebeln und Tomaten gefüllten und in Olivenöl geschmorten Auberginen, das Sie unbedingt einmal probieren sollten.

Aber wir schweifen ab: Hier geht es um die Herkunft des Worts Aubergine. Das Gemüse selbst wanderte irgendwann vor langer Zeit von Asien aus nach Westen. Während wir eher Auberginen mit dunkler Farbe kennen, gibt es sie auch in helleren Farbschattierungen über Helllila bis Weiß. 

Das Wort selbst aber stammt aus der arabischen Sprache. Aus arabisch ألباذنجان / al-bāḏinǧān wurde katalanisch albergínia, bis schließlich die Aubergine in den deutschen Sprachraum kam. 

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Feine Stoffe aus fernen Städten

Märchenhafte Pracht verbinden wir in unserer Vorstellung mit der fantastischen Welt des Orients aus 1001 Nacht. Dabei gibt es noch heute ganz Konkretes, was an die arabisch-orientalische Herkunft erinnert. Wir sprechen von prächtigen und kostbaren Stoffen, deren Namen ihren Ursprung in der arabischen Sprache und Geografie haben – auch wenn das heute kaum noch jemandem bewusst ist.

Den kostbaren Seidenstoff mit eingewebtem Muster, Damast – beliebt und bekannt zum Beispiel als Damasttischdecken oder Damastservietten – und seine Wortherkunft aus Damaskus haben wir bereits an anderer Stelle thematisiert, nämlich bei einer kleinen Zusammenstellung von Wörtern aus Syrien

Nicht nur Damaskus war berühmt für seine Seidenstoffe. Kostbare und deshalb begehrte Seidenstoffe wurden auch im islamisch-arabischen Bagdad gefertigt. Von diesem Städtenamen abgeleitet ist deshalb der Baldachin – eine Überdachung aus prächtigem Stoff für einen Thron, ein königliches Bett oder Ähnliches. Das Wort gelangte auf dem Umweg über die italienische Sprache ins Deutsche.

Auch feines Baumwollgewebe ist nach einer arabischen Stadt benannt: Musselin heißt der Stoff nach der Stadt Mossul im heutigen Irak. Auch dieses Wort brachten italienische Kaufleute in die deutsche Sprache.

Vielleicht kennen Sie auch Kattun – ein festes Baumwollgewebe. Dieses Wort kann seine direkten arabischen Ursprung nicht verleugnen. Arabisch قطن bzw. qutn bedeutet genau das: Baumwolle. (Jetzt wissen Sie auch, woher das englische Wort cotton für Baumwolle kommt!)

Was Sie unten im Bild sehen, ist nicht aus Baumwolle gefertigt, aber ein Beispiel für eine kunstvolle und wertvolle Textilarbeit arabisch-sizilischer Herkunft. Der Krönungsmantel des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wird heute in der Wiener Hofburg aufbewahrt und ausgestellt. Die arabisch-muslimischen Einflüsse dieses einzigartigen Kleidungsstücks sind unverkennbar und sie wurden bereits vielfach wissenschaftlich untersucht und nachgewiesen. 

Weltliche Schatzkammer Wien (162)

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