Gesichtsmasken

Noch Anfang des Jahres wäre undenkbar gewesen, was COVID-19 bzw. die Furcht vor der ungebremsten Ausbreitung des Coronavirus bewirkt hat: Menschen in Europa und anderswo auf der Welt bedecken Mund und Nase und damit den unteren Teil des Gesichts, nur die Augen in der oberen Gesichtshälfte bleiben sichtbar.

Vor wenigen Monaten galt eine solche Art der Gesichtsbedeckung noch als typisch für muslimische Frauen, als überholte Vermummumg, die es zu verdammen und zu verhindern galt. Wenn das alles, also sowohl die Bedrohung durch eine Pandemie als auch die Pauschalverurteilung von Frauen mit einer bestimmten Form bedeckender Kleidung, nicht so traurig und tragisch zugleich wäre, könnte man von Ironie der Geschichte sprechen.

Die Ironie der Geschichte zeigt sich in einem weiteren Detail: der Herkunft des Wortes Maske. Dass der Wortursprung in französisch masque und italienisch maschera liegt, dürfte wenig überraschen. Aber kennen Sie die eigentliche Herkunft der Maske? Das Wort entstand höchstwahrscheinlich in Anlehnung an arabisch مسخرة "masẖara", was Verspottung oder auch Possenreißer bedeutet.

Eine Gesichtsmaske kann aus vielen Gründen getragen werden: aus kulturellen oder religiösen Gründen, aus künstlerischen Gründen oder zum Schutz. Über Gesichtsmasken der Frauen auf der Arabischen Halbinsel schreibt Kandil-Maskottchen Lela: Eine Maske tragen.

weiterlesen


Mächtige Mogulherrscherin

Einflussreiche Frauen aus dem islamischen Kulturkreis sind in Westeuropa meist noch unbekannter als andere Frauen, die im Lauf der Geschichte mehr Aufmerksamkeit und Würdigung ihrer Leistungen verdient hätten und haben.

Eine dieser bemerkenswerten Frauen ist Nur Jahan, das „Licht der Welt“, so die Übersetzung. Mihr un-Nisa, so ihr eigentlicher Name, lebte von 1577 bis 1645 und wurde zu einer der einflussreichsten Frauen im Indien des 17. Jahrhunderts. In Indien, Pakistan und Bangladesh ist ihr Name noch heute ein Begriff, der mit kurltureller Tradition ebenso wie mit volkstümlicher Überlieferung verbunden ist.

Den Ehrennamen Nur Jahan verlieh ihr ihr Ehemann Großmogul Jahangir. Für ihre Nichte Mumtaz Mahal wurde das weltberühmte Taj Mahal erbaut, das Stein gewordene Zeichen der Liebe ihres Mannes, des Großmoguls Shah Jahan.

Doch zurück zu Nur Jahan selbst: Sie schrieb Gedichte, ging auf die Jagd und war beteiligt am Bau vieler wichtiger Bauten (heute würde man sie als Architektin bezeichnen). Das Grabmal, das sie für ihre aus Persien stammenden Eltern errichten ließ, inspirierte u. a. den späteren Bau des oben erwähnten Taj Mahal.

Aber sie war mehr als Mäzenin und Lieblingsfrau: Sie wurde zur Mitregentin, die wichtige politische Entscheidungen traf und die Geschicke des Reichs mitbestimmte und sich selbst an die Spitze einer Armee stellte. So ging sie mit all ihren Handlungen weit über die Rolle hinaus, die die Tradition Herrscherfrauen üblicherweise zugedacht hatte. Für ihren Einsatz wird sie heute von einigen als wichtige feministische Vorkämpferin gesehen.

Nur Jahan

weiterlesen