Ramadan in der Schule?

Ramadan in der Schule?

Ramadan in der Schule – dass über den muslimischen Fastenmonat im Unterricht gesprochen wird, sollte selbstverständlich sein in Zeiten, in denen Kinder aus Familien mit unerschiedlichem kulturellen und religiösen Traditionen gemeinsam in Schulklassen lernen. Über den interkulturellen Familienhintergrund lernt am besten in vielen gemeinsamen Gesprächen und in Unterrichtseinheiten, die einfühlsam auf Vorwissen und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingehen. Informationen, Tipps und Hinweise zum interkulturellen und interreligiösen Unterricht finden Sie im Kandil-Magazin im Bereich Lernen & Wissen.

Ramadan in der Schule – das bedeutet auch, dass man sich beschäftigen muss mit Fragen wie:

  • Fasten auch Kinder und Jugendliche?
  • Was bedeutet das für den Unterricht und den Schulalltag?
  • Wie sollen sich Lehrkräfte verhalten gegenüber Schülerinnen und Schülern, die den Ramadan befolgen wollen?
  • Inwiefern können Eltern angesprochen und einbezogen werden, um eventuelle Reibungspunkte zu klären?

Das Fasten im Monat Ramadan ist neben dem rituellen Gebet, dem Glaubensbekenntnis, der Spende für Bedürftige (Zakat) und der Wallfahrt nach Mekka (Hadsch) eine der fünf Grundsäulen des Islam. Aus theologischer Sicht sollen Muslime ab der Pubertät fasten, ein genaues Alter ist jedoch nicht vorgeschrieben. Das Fasten ist nicht als Qual zu sehen, es dient der körperlichen und geistigen Reinigung im Sinne eines spirituellen Weges zu Gott.

Der Entschluss zum Fasten muss immer aus eigenem Willen erfolgen. Kein Schüler, keine Schülerin darf dazu gezwungen werden – weder von Eltern oder Lehrern noch von Mitschülern.

Das Fasten ist keine Entschuldigung für das Vernachlässigen der Aufgaben und Verspflichtungen in und für die Schule. Im Zweifelsfall geht die Schule vor. Eventuelle Probleme sollten angesprochen und in Gesprächen auf Augenhöhe geklärt werden.

In Berlin hat deshalb das Bezirksamt Neukölln nun eine Handreichung zum Thema Ramadan und Schule herausgegeben. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Schulen und Vertretern islamischer Gemeinden und Vereine ist eine Handreichung entstanden, die dazu beitragen kann, dass das Spannungsfeld zwischen schulischen und religiösen Verpflichtungen gelöst werden kann. Die Handreichung umfasst 12 Punkte und kann auf der Website des Bezirksamts Neukölln kostenlos heruntergeladen werden:

Handreichung Ramadan und Schule




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