FGM

Ganz ehrlich: Im Moment ist mir überhaupt nicht nach Satire zumute (zu sehr geistert dieses Thema aktuell durch die Main-Stream-Medien).
Deshalb stelle ich heute ein sehr ernstes Thema vor: weibliche Genitalverstümmelung bzw. kurz FGM (für Female Genital Mutilation). Das betrifft vergleichsweise wenige Frauen (nach Schätzungen des EU-Parlaments leben ca. 500.000 Frauen in Europa mit den Folgen dieses Eingriffs) – aber auch das sind eindeutig zu viele. Denn für FGM gibt es keinen medizinischen Anlass. Der Eingriff ist sehr schmerzhaft und kann schwere dauerhafte Schäden physischer oder psychischer Art verursachen.

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Ein Ritual mit Folgen: Beschneidung

Vorausschicken möchte ich, dass die Beschneidung von Mädchen eine grausame Genitalverstümmelung ist, die durch keine medizinischen Gründe gerechtfertigt werden kann. Die heute übliche englische Bezeichnung Female Genital Mutilation, kurz FGM, bringt dies ebenfalls klar zum Ausdruck.

Mit der Beschneidung von Jungen, der Zirkumzision oder Entfernung der Vorhaut, verhält es sich anders. Vor einiger Zeit wurde in Deutschland heftig darüber gestritten, ob auch sie grundsätzlich verboten werden sollte, sofern nicht medizinische Gründe dafür vorliegen. 

Unabhängig von diesen Überlegungen gehört die Beschneidung männlicher Kinder für Muslime zur Tradition. Anders als im Judentum, wo die Beschneidung als religiöses Gebot gilt, ist sie im Islam nicht ausdrücklich im Koran vorgeschrieben. Dennoch gilt sie als übliches Zeichen der Zugehörigkeit zum Islam. Die Beschneidung erfolgt in der Regel, bevor das Kind das 13. Lebensjahr erreicht hat. 

Die Beschneidung ist ein wichtiges Übergangsritual für Jungen und wird mit einem mehr oder weniger großen Fest gefeiert, je nach Möglichkeit und Wunsch der Familie. Türkische Familien nennen das Beschneidungsfest Sünnet Düğünü. Die Jungen werden mit Fantasieuniformen und vielen Geschenken über die erlittenen Schmerzen der Beschneidung hinweggetröstet. Als Übergangsritual könnte die Beschneidung im weitesten Sinne mit der Bedeutung von Kommunion oder Konfirmation in christlichen Familien verglichen werden. Allerdings fehlt ein solches Übergangsritual für muslimische Mädchen.

Circumcision ceremony, Skopje 2013 (19)

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Miswak, die Naturzahnbürste

„Liebe Kinder, heute erzähle ich euch die Geschichte vom Zahnbürstenbaum ...“

Nein, dieser Beitrag gehört nicht in die Rubrik Märchen. Den Zahnbürstenbaum gibt es tatsächlich, auch wenn er trotz seiner Höhe von bis zu 6 Metern eher einem Strauch als einem Baum gleicht. Sein wissenschaftlicher Name lautet Salvadora persica, er wächst heute vor allem in Trockengebieten von Indien und Afrika und gedeiht dort auch in höheren Gegenden.

Der Zahnbürstenbaum wächst ebenfalls in den Wüsten der Arabischen Halbinsel und dort wurde der Gebrauch seiner Zweige oder Wurzelstücke als Zahnbürste in muslimischer Zeit kultiviert. Viele Hadithe sind überliefert zur Nutzung des Miswak (arab. miswāk مسواك), wie das zur Reinigung der Zähne verwendete Holz genannt wird.

Salvadora persicaMiswak2

Der Miswak ist in etwa so lang wie eine Zahnbürste. Das Holzstück wird so lange gekaut, bis es ausfranst, wie im Bild oben zu sehen, und damit im Aussehen einer Zahnbürste noch ähnlicher sieht. Ein Miswak ist beides: Zahnpasta und Zahnbürste in einem. Denn der Zahnbürstenbaum enthält Stoffe, die die Zähne gleichzeitig schützen und reinigen. Die Liste dieser nützlichen natürlichen Inhaltsstoffe ist beeindruckend: Fluoride, Silicium, Tannine, Saponine, Flavonide und Chloride sorgen für die Zufuhr von Mineralstoffen, Spurenelementen und Proteinen und haben keim- und entzündungshemmede Effekte.

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