Das rituelle Schlachten/Schächten

Die rituelle Schlachtung im Islam, in Deutschland Schächten genannt, ist besonders bei Tierschützern umstritten, da dem lebenden Tier die Kehle durchschnitten wird, um es ausbluten zu lassen. Dass es mit Massentierhaltung und Schlachtung im Allgemeinen in Deutschland wenig tierfreundlich zugeht, ist hinlänglich bekannt. Auch die CO2-Betäubung vor der Schlachtung ist sehr umstritten. Die Unterstellung mancher Tierschützer, Muslime quälten Tiere, ist wenig differenziert.

Muslime möchten ihren religiösen Vorschriften ebenso Rechnung tragen, wie es zum Beispiel Juden längst eingeräumt wird. Die genauen Vorschriften für das Schlachten weisen bei den vier sunnitischen Rechtsschulen leichte Abweichungen auf. Für Hanbaliten, Malikiten und Schafiiten ist das Opfer sunna ain muakkada, d. h. empfehlenswert, nur für die Hanafiten ist es ausdrücklich wagib, d. h. Pflicht.

Der Rechtsschule der Hanafiten folgen die meisten türkischen Muslime. Nur bei den Hanafiten ist es ausdrückliche Voraussetzung, dass das Tier vor dem Schlachten lebendig ist. Bei den Schafiiten wird ausdrücklich gefordert, dass das Tier nicht gequält wird. Allen Rechtsschulen gemeinsam ist, dass das Tier unter Anrufung Allahs geopfert wird.
Siehe dazu auch Mohammed Rashed: Das Opferfest im heutigen Ägypten. Berlin 1998 (Diss. Mainz 1996)

Immer mehr Muslime gehen dazu über, ein symbolisches Opfer in Form einer Spende zu leisten, zum Beispiel an Hilfsorganisationen wie Islamic Relief oder muslimehelfen zum Opferfest: muslime helfen, damit den wirklich Bedürftigen geholfen wird.
Einige englischssprachige Links zu Artikeln, die ein symbolisches Opfer befürworten, finden Sie auf der Website islamicconcern.com.

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen:
>> Islam und Tierschutz
>> Gemeinsame Wurzeln: das abrahamitische Opfer
>> Allgemeines zu muslimischen Ess- und Trinkgewohnheiten und Halal Food




Dein Kommentar