Rosen im Islam

Im Kulturkreis des Islam begegnet uns die Rose in vielerlei Formen und Bedeutungen.

Der berühmte Gelehrte Avicenna (Ibn Sina) widmete allein der Heilwirkung der Rose ein ganzes Buch. Rosenwasser und Rosenöl sind noch heute in der islamischen Welt verbreitet und beliebt als Heil- und Duftmittel. Die in Europa in den letzten Jahren in Mode gekommene Aromatherapie entdeckt den Wert dieser altbewährten Mittel gerade neu.
Wer die Rosen nach Europa gebracht haben soll, erfahren Sie hier.

Rosen im Islam

Eine besondere Rolle spielt die Rose in der islamischen Mystik. Manche fromme Muslime sind der Meinung, die Rose sei aus dem Schweiß des Propheten Muhammad auf seiner Himmelsreise entstanden.

Wichtiger ist jedoch die Ähnlichkeit der Wörter gul (pers.) bzw. gül (türk.) – Rose und kull (arab.) – das Ganze. Die Rose gilt als die wahre Manifestation des göttlichen Glanzes des Ganzen, des Vollkommenen.

Über weit profanere Bräuche im Zusammenhang mit Rosen berichtete Lady Mary Wortley Montague von ihrer Reise ins Osmanische Reich im 18. Jahrhundert. Sie machte Europa mit der “Sprache der Blumen” bekannt. Besonders die Rosen mit ihrer großen Vielfalt an Farben und Formen wurden demnach als Symbole für eine Geheimsprache benutzt, mit deren Hilfe sich Liebende ohne Worte verständigen konnten.

Gül ist noch heute ein beliebter weiblicher Vorname in der Türkei. Die Rose (gül) ist Bestandteil unzähliger weiterer Frauennamen: Gülay, Gülcan, Gülizar, Gülnur, Gülşah, Gülten sind nur einige Beispiele.

Auch in der überlieferten Volksdichtung islamischer Länder spielt die Rose eine wichtige Rolle. Die Orientalistin Annemarie Schimmel machte die Verszeile Nimm eine Rose und nenne sie Lieder zum Titel einer Poesiesammlung islamischer Völker.




Dein Kommentar