Ibrahim (Abraham) und seine Söhne Ismail und Isaak

Die Geschichte des Propheten Ibrahim (Abraham) und der fast erfolgten Opferung seines Sohnes wird im Alten Testament ähnlich erzählt. Die muslimische Überlieferung unterscheidet sich jedoch in mehreren Einzelheiten.

Nach muslimischer Auffassung lebte Ibrahim (Abraham) in seiner Jugend lebte unter Menschen, die nicht zu Gott beten wollten. Obwohl er sie aufforderte, sich von den falschen Göttern ab- und dem einen Gott zuzuwenden, hörten sie nicht auf ihn und wollten ihn verbrennen. Doch Gott rettete ihn, indem er das Feuer in Wasser verwandelte. Der Balıklıgöl (Fischteich) oder Teich des Ibrahim in der osttürkischen Stadt Şanlıurfa erinnert daran.

Balıklıgöl, kandil.de

Ibrahim hatte sich lange vergeblich Kinder gewünscht. Schließlich bekam er zwei Söhne: zunächst Ismail (Ismael), geboren von seiner Frau Hagar, und dann Ishaq (Isaak), geboren von Sarah.

Eines Tages befahl ein Engel Ibrahim als Prüfung, seinen Sohn Ismail zu töten. Ibrahim war sehr traurig über diese Prüfung, denn er liebte seinen Sohn sehr. Dennoch vertraute er Gott und wollte ihm deshalb gehorchen. Als er jedoch zum Messer griff, um seinen Sohn Ismail zu töten, sprach eine Stimme zu ihm: „Töte deinen Sohn nicht!”
Ibrahim hatte die Probe bestanden, auf die sein Gottvertrauen gestellt worden war. Ibrahim war sehr froh, dass sein Sohn gerettet war und dass es sich nur um eine Prüfung gehandelt hatte. Gemeinsam mit seinem Sohn opferte er zum Dank einen Widder, dessen Fleisch er mit Freunden und Bedürftigen teilte.

Zur Erinnerung an die Rettung des Sohnes Ismail schlachten Muslime jährlich am Opferfest ein Tier und teilen das Fleisch mit armen Menschen und mit Verwandten und Freunden. Gleichzeitig bildet das Opferfest den Höhepunkt des Hadsch, der großen Pilgerfahrt nach Mekka.


(Illustration aus einer osmanischen Handschrift, 16./17. Jh.)




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