99 Namen Gottes

Im Koran finden sich eigentlich weit über 100 Bezeichnungen für Gott, für Allah. Für Muslime von besonderer Bedeutung sind die 99 Namen Allahs, die schönen Namen Gottes. In Sure 7 heißt es: „Und Gott hat die schönen Namen - ruft ihn damit an!“ Alle schönen Namen stehen für Eigenschaften, über die Gott verfügt.

Die 99 Namen Gottes sind nicht Bestandteil des rituellen Gebets, dafür umso wichtiger für das freie Gebet. Oft werden sie mithilfe der islamischen Gebetskette rezitiert, die meist 33 Perlen umfasst. Für das Vortragen aller Namen läuft also die Gebetskette dreimal durch die Hand. Die Gebetskette wird auf Türkisch Tesbih genannt, auf Arabisch heißt sie Misbaha oder Subha.

Die Rezitation der 99 Namen Gottes dient im Sufismus der Meditation. Rosina-Fawzia Al-Rawi Al-Rifaierläutert in ihrem Buch Der Hauch der Ewigkeit: Die 99 heilenden Namen der Einen Liebe*, wie die schönen Namen zum tieferen Verständnis von göttlicher Liebe und Schönheit führen können. 

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Paradiesische Granatäpfel

Haben Sie schon einmal einen Granatapfel gegessen? Dann brauchen wir nicht viel zu erzählen über das Aussehen des aufgeschnittenen Granatapfels und über den köstlichen Geschmack einer frischen Frucht bzw. ihrer roten, saftigen Kerne. Vielleicht haben Sie schon einmal frischen Granatapfelsaft getrunken oder Ihren Salat mit Granatapfelessig angemacht – wenn nicht, dann holen Sie das bitte schnell nach!

Paradiesäpfel werden Granatäpfel manchmal auch genannt. Kein Wunder, so verführerisch, wie sie sind.

Schon die alten Ägypter liebten Granatäpfel. Seit alten Zeiten gilt der Granatapfel als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit, auch heilende Wirkung wird den Früchten zugeschrieben. Bibel und Koran erwähnen Granatäpfel mehrfach. Das türkische Wort für Granatapfel ist nar, das arabisch rumman رمان.

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Geschichte einer Sufiprinzessin

Eine Muslimin, die im Zweiten Weltkrieg zur britischen Kriegsheldin wurde und von den Nationalsozialisten in Deutschland ermordet: ein wirklich ungewöhnliches Schicksal für eine Frau, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebte.

Noor Inayat Khan kam 1914 in Moskau als älteste Tochter der Amerikanerin Ora Ray Baker und des indischen Sufis und Musikers Hazrat Inayat Khan zur Welt. Nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs zog die Familie zunächst nach London, dann nach Paris um. Noor Inayat Khan wuchs in einer kosmopolitischen und spirituellen Umgebung auf, in der ihre Haltung reifte, konsequent für die friedliche Einheit aller Wesen einzustehen. Sie studierte Kinderpsychologie an der Sorbonne, wurde musikalisch an Klavier und Harfe ausgebildet und schrieb Kolumnen für „Le Figaro“. 

1940 floh die Familie vor den Nazis nach London, Noor Inayat Khan wurde Funkerin einer britischen Spezialeinheit im Nachrichtendienst, während sie weiterhin Geschichten und Erzählungen verfasste. Sie leistete gewaltfreien Widerstand gegen ein unmenschliches Regime, das Juden und viele andere erbarmungslos verfolgte und vernichtete.

Am 13. September 1944 wurde sie im Konzentrationslager Dachau erschossen, nachdem sie verraten und gefoltert wurde.

Noor Inayat Khan

Im Jahr 2012 wurde Noor Inayat Khan, der „Sufiprinzessin“, wie sie von vielen ehrfürchtig genannt wird, ein Denkmal am Gordon Square in London gesetzt. Postum wurde sie mit dem Corix de Guerre in Frankreich und mit dem Georges Cross in England geehrt.

Das Buch König Akbar und seine Tochter: Geschichten aus einer Welt*, herausgegeben vom Inayati-Orden Deutschland e. V., enthält Geschichten, Erzählungen, Parabeln und Anekdoten, die Noor Inayat Khan verfasste.

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