Die Medizin des Propheten

Während einerseits die Möglichkeiten der Medizin durch technische Neuerungen stetig erweitert werden, besinnt man sich andererseits auf traditionelle und bewährte Heilmethoden. Recht wenig bekannt ist die islamische Medizin, besser bekannt als Prophetische Medizin oder Medizin desd Propheten. Vor allem islamische Hadith-Gelehrte haben sich mit diesem Thema befasst, Gelehrte also, die nicht Ärzte im engeren Sinn waren, sondern in erster Linie Religionsgelehrte, die die Hadithe, also die Überlieferungen des Propheten, untersuchten. 

Diese spezifisch islamische Medizin stützt sich auf Überlieferungen zu Medizin und Hygiene. Einem von Buchari überlieferten Hadith zufolge habe Allah keine Krankheit herabgesandt, ohne gleichzeitig für Heilmittel zu sorgen. Die älteste Schrift mit dem ausdrücklichen Titel „Die Medizin des Propheten“ (Ṭibb an-nabī) wurde von Ahmad ibn Muhammad Ibn as-Sunnī verfasst, der im 10. Jh. unserer Zeitrechnung lebte. Viele weitere Werke anderer Gelehrter zur Medizin im Islam folgten. Neben Heilmitteln werdfen auch Beschwörungsformeln genannt, die gegen bestimmte Krankheiten helfen sollen. In einigen Bereichen lassen sich Überschneidungen mit der antiken griechischen und mit der jüdischen Medizin erkennen. Spezifisch islamisch ist die Medizin des Propheten in Bezug auf Heilmittel und Speisen, die den islamischen Geboten folgen müssen. Außerdem wird betont, dass die letzte Entscheidung über Krnakheit oder Gesundheit eines Menschen stets bei Gott, bei Allah liegt.

Bemerkenswert sind die Abhandlungen islamischer Gelehrter zur Musiktherapie, in denen sich aus heutiger Sicht Ansätze zur psychosomatischen Medizin erkennen lassen.

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Muslime in Polen: Lipka-Tataren

Im überwiegend katholischen Polen ist die Zahl der dort lebenden Muslime klein. Und doch ist eine Gruppe polnischer Muslime bemerkenswert: die Lipka-Tartaren. Nur wenige tausend Lipka-Tartaren leben in Polen, noch einmal wenige tausend jeweils in Litauen und Weißrussland. Im Nordosten Polens gibt es noch eine fast zwei Jahrhundert alte hölzerne Moschee.

Die Vorfahren der Lipka-Tartaren siedelten sich im 14. Jahrhundert in Weißrussland an, sie entstammten den Nachfolgereichen des Mongolischen Reichs, der Goldenen Horde und der Krimkhanate. Im Laufe der Zeit wurden sie heimisch und kämpften z. B. im 17. Jahrhundert an der Seite der Polen und Litauer gegen das Osmanische Reich kämpften. Anstelle von Geld für ihren Dienst erhielten sie Land im heutigen Osten Polens und assimilierten sich dadurch noch mehr an ihre slawische geprägte Umgebung, u. a. nahmen sie die ruthenische Sprache an. Allerdings schrieben sie diese ostslawische Sprache bis in die 1930er Jahre in arabischer Schrift.


02016 0502 Lipka-Tataren Küche in Polen, 4th ECOstyl Fair

Auf dem Markt  und in der Küche haben sich mit Börek und Baklava Spuren der muslimischen Tataren erhalten.

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