Malvorlagen aus Museen

Unter dem Hashtag #ColorOurCollections stellen Museen aus aller Welt und vor allem nordamerikanische Museen einige ihrer Kunstwerke  zum Ausmalen zur Verfügung. Die digitalen Malbücher aus dem Museum werden gesammelt und vorgestellt auf der Website ColourOurCollections. Die Initiative wurde zwei Jahren ins Leben gerufen, mehr als 100 international bekannte und renommierte Museen und kulturelle Einrichtungen beteiligen sich an der Aktion.

Sie trägt dem nun schon etablierten Trend zum Ausmalen als meditative Freizeitbeschäftigung für Erwachsene Rechnung. Unter den bisher öffentlich zugänglich gemachten Malvorlagen finden sich naturgemäß viele wissenschaftshistorische und speziell medizinhistorische Vorlagen, daneben viele andere historische und künstlerische Motive aller Art.

Malvorlagen mit orientalischen Motiven und solche aus dem islamisch-arabischen Kulturkreis sind bisher nur selten vertreten. Aber das auf Hawaii ansässige Shangri La Mseuem of Islamic Art, Culture and Design bildet eine rühmliche Ausnahme. 

Malbücher aus diesem Museum können als PDF kostenlos hier und dort heruntergeladen werden.

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Die Deutschen und der Orient

Die Rezension von Melanie Christina Mohr macht neugierig auf ein Buch des promovierten Historikers und Journalisten Joseph Croitoru. Von religiöser Verachtung bis ästhetischer Faszination, so die Überschrift zur Besprechung des Buchs Die Deutschen und der Orient: Faszination, Verachtung und die Widersprüche der Aufklärung*, verfasst von Joseph Croitoru.

Croitorus Darstellung stützt sich auf Quellen aus politischer Geschichte, Wissenschaft und Literatur in der Zeit der Aufklärung und untersucht die vielen Facetten des deutschen Orientbildes, wozu auch die bekannte türkenfreundliche Einstellung Friedrichs des Großen gehört.

Auch Jahrhunderte nach der Aufklärung ist Aufklärung nötig, kursieren doch über den islamischen Orient die unterschiedlichsten Vorstellungen und Klischees. Der Rezension nach zu urteilen, gelingt es Croitoru offenbar, nicht nur die verschiedenen Perspektiven darzustellen, sondern sie auch miteinander zu verknüpfen und damit eine eingehende Analyse des gespaltenen Verhältnisses der Deutschen zum Orient zu vermitteln. 

Das Buch wandert auf meine Wunschliste noch zu lesender Bücher.

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Feriköy – christliche Friedhöfe in Istanbul

Eins der vielen historischen Mosaikteilchen, die die Metropole Istanbul so einzigartig machen, greifen wir mit diesem Beitrag auf: christliche Friedhöfe in Istanbul. Der katholische und der protestantische Friedhof liegen heute mitten im Großstadtgewühl. Als sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bereitgestellt wurden, dürfte es in dieser Gegend, nur wenige Kilometer vom Taksim-Platz und den traditionell von Europäern bewohnten Vierteln entfernt, noch wesentlich ruhiger zugegangen sein. 

Dieses Bild zeigt das Eingangstor zum protestantischen Friedhof in Feriköy, der durch eine Straße vom katholischen Friedhof abgetrennt ist. Anfang Februar konnte ich den evangelischen Friedhof besuchen. Was mich dorthin führte, ist eine der vielen persönlichen Geschichten, die von der langen deutsch-türkischen Verbundenheit zeugen. 

Eine dieser erstaunlichen deutsch-türkischen Verbindungen aus meinem kleinen hessischen Dorf habe ich vor Jahren in meinem privaten Blog festgehalten: Von Staden nach Tarabya, anno 1884. Als weiteres Verbindungsglied zwischen dem Dorf und der Metropole erweist sich ausgerechnet der alte protestantische Friedhof in Istanbul. Und das kommt so: Einer der besten Freunde meines ältesten Sohnes in unserem Dorf hat einen Großvater, dessen Großvater wiederum als Bahnmeister am Bau der ersten Eisenbahnstrecken im damaligen Osmanischen Reich beteiligt war (Stichwort: Bagdadbahn). Dieser Ururgroßvater wurde vor dem Ersten Weltkrieg auf dem Friedhof von Feriköy beerdigt.

Dieser Grabstein ist eins der Beispiele, wie deutsche Inschriften auf dem Friedhof von feriköy aussehen.

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Geschichte der Stadt Istanbul

Was könnte für historisch Interessierte spannender sein als die Geschichte einer uralten, kosmopolitischen Stadt, die zwei Kontinente verbindet?

Diese lange, vielfältige Stadtgeschichte präsentiert die britische Historikerin und Autorin Bettany Hughes in Buchform: Istanbul. Die Biographie einer Weltstadt*. 928 Seiten sind ein stolzer Umfang für ein Buch und dennoch ist klar, dass der Versuch einer Stadtgeschichte von Istanbul immer nur fragmentarisch sein kann. Zu vielfältig sind die Mosaiksteine, die sich zum historischen Ganzen zusammenfügen, zu vielfältig sind die Perspektiven, aus denen man dieses Moasik betrachten kann.

Eine kritische Rezension zum Buch liefert Ulrich von Schwerin bei qantara.de. Wir haben das Buch nicht gelesen, denken aber, dass es auf jeden Fall eine interessante Lektüre sein kann für jemanden, der sich für das historische Istanbul interessiert und einige möglicherweise neue Aspekte der Metropole zwischen Orient und Okzident und ihrer wechselhaften Geschichte unter byzantinischer, osmanischer und Kreuzritter-Herrschaft kennenlernen möchte.

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Türkische Türkise

Türkisblaues Meer gibt es an türkischen Küsten. Aber weshalb eigentlich? Sehen wir uns die Herkunft der beiden Wörter „türkisch“ und „türkis“ einmal näher an. Unschwer lässt sich auf den ersten Blick erkennen, wie ähnlich sich die beiden Wörter sind. Und das ist möglicherweise überraschend, aber keineswegs ein Zufall, wie sich unten zeigen wird.

Die Bezeichnung „Türk“ für einen bestimmten Zusammenschluss von asiatischen Nomaden ist sehr alt. Erstmals wird das Wort „Türk“ in chinesischen Schriften aus dem 6. Jahrhundert erwähnt. Später wurde der Begriff ausgeweitet und übertragen, auch von islamischen Gelehrten, bis „Türk“ zur Bezeichnung für die Sprach- und Völkerfamilie der Türken wurde, die im Laufe der Geschichte hauptsächlich in Anatolien sesshaft wurde.

Das Minderal bzw. der Schmuckstein Türkis wurde früher in Deutschland „Kallait“ bzw. lat. „callaina“ genannt. Diese beiden Wörter gehen wiederum zurück auf altgriechisch kalláïnos“, das blau und grün schillernd“ bedeutet. Im 15. Jahrhundert setzte sich in Frankreich die Bezeichnung pierre turquoise“, d. h. türkischer Stein“ durch. Die Kreuzfahrer, die Türkise mit nach Europa brachten, nahmen offenbar an, dass das Mineral aus der Türkei stammte. Eigentlich aber kamen Türkise aus dem Iran und wurden in der Türkei nur gehandelt. Das Wort turquoise“ aber blieb auch in der deutschen Sprache erhalten, nämlich als Türkis. Noch später wurde das Wort auch für die Farbe verwendet, die so faszinierend zwischen Blau und Grün schimmert, beim Schmuck ebenso wie beim klaren Meerwasser an warmen Küsten.

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