Lessing und der Islam

Während in den letzten Jahren zahlreiche germanistische Forschungsarbeiten Goethes Verhältnis zum Islam untersuchten, waren es bei Gotthold Ephraim Lessing (1729–1781) eher interdisziplinäre Studien, die sich mit seiner Haltung zum Islam befassen.

Da in öffentlichen Diskussionen immer wieder die Frage auftaucht, ob der Islam überhaupt zu Deutschland gehöre, kann nicht oft genug betont werden, dass sich wichtige deutsche Denker schon früh mit islamischer Religion, Kultur und Zivilisation befasst haben. 

Wenn Sie mehr über Goethe und den Islam wissen wollen, finden Sie im Kandil-Magazin mehrere Beiträge, die u. a. unter folgendem Beitrag verlinkt sind:  Goethe und Scheherazade.

Zu Lessings Beschäftigung mit dem Islam erschien vor einigen Jahren eine nach wie vor lesenswerte Studie, die in interdisziplinären Ansätzen Lessings literarische und theologische Haltung zum Islam untersucht. Die Ideen der europäischen Aufklärung bestimmen Lessings Gedankengut und sind richtungsweisend für die interkulturelle und interreligiöse Toleranz, die aus seinen Werken spricht.

Das 2011 erschienene Buch von Zahim M Al-Shammary trägt den Titel Lessing und der Islam* und ist nach wie vor erhältlich.

   

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Wissenswertes über den Iran

Erinnern Sie sich an das Buch Islam verstehen aus der Feder des renommierten Sachbuchautors Gerhard Schweizer? Wir haben es Ihnen 2016 hier vorgestellt. Jetzt hat der in Wien lebende Kulturwissenschaftler ein weitere Buch vorgelegt, das Hintergrundwissen zu einem vielschichtigen Land liefert, nämlich zum Iran. Das Buch trägt den Titel „Iran verstehen. Geschichte, Gesellschaft, Religion“ und ist 2017 erschienen bei Klett Cotta. Der Verlag hat uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Das Buch beruht auf Schweizers 2005 veröffentlichtem Werk „Iran. Drehscheibe zwischen Ost und West“. Für die neue Ausgabe wurde das  Buch überarbeitet und aktualisiert, außerdem flossen Schweizers Eindrücke aus einer Reise in den Iran im Herbst 2006 in die aktuelle Ausgabe „Iran verstehen“ mit ein.

Das Taschenbuch umfasst 720 Seiten, die auch nötig sind, um auch nur annähernd Kultur, Geschichte und Politik eines Landes gerecht zu werden, das auf eine Jahrtausende alte kulturhistorische Entwicklung zurückblickt und seit der iranischen Revolution von 1979 als schiitischer Gottesstaat zu zeitgeschichtlichen Kontroversen beiträgt.

Auf einige einleitende Kapitel zur aktuellen Situation des Landes folgen fundierte Einblicke in den faszinierenden Iran. Unter dem Obertitel „Propheten und Gottkönige“ widmet sich Schweizer der vorislamischen Geschichte des Landes. Im nächsten Hauptkapitel „Iran und Islam“ setzt sich der Autor mit der historischen Entwicklung bis einschließlich der Mongolenherrschaft auseinander. Das Kapitel „Schiiten und Sunniten“ ist der religiösen Spaltung der Muslime nach dem Tod des Propheten gewidmet, einer Spaltung, die damals weitreichende Folgen hatte und bis heute Konfliktpotenzial mit sich bringt. Im Abschnitt „Die Verwestlichung und der Gegenschlag“ wird aufgezeigt, wie sich die innergesellschaftlichen Verwerfungen entwickelten, die im Spannungsfeld verschiedenster Einflüsse schließlich zur islamischen Revolution führten. Auch der schiitische Gottesstaat ist kein Endpunkt, sondern zahlreichen Veränderungen und Entwicklungen unterworfen, wie das abschließende Oberkapitel „Fundamentalisten und Reformer“ zeigt, dass wiederum in fünf umfangreiche Unterkapitel aufgeteilt ist, die sich der jüngsten Geschichte und Politik des Landes annimmt.

Eine Zeittafel, Literaturhinweise und ein Personenregister runden das Buch ab, das Leser schnell in seinen Bann zieht und durch kenntnisreiche Darstellung überzeugt. Wer sich über kurze Nachrichtenmeldungen hinaus ein besseres Bild machen möchte über ein hochinteressantes Land und seine Menschen, dem kann „Iran verstehen. Geschichte, Gesellschaft, Religion“ von Gerhard Schweizer nur empfohlen werden. 

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Goethe und Scheherazade

Goethes Interesse für den Islam und seine literarischen Auseinandersetzung mit orientalischen Vorbildern und Einflüssen haben wir im Kandil-Magazin bereits mehrfach thematisiert, die Links finden Sie unter diesem Beitrag. 

Ein bereits vor zwei Jahren auf qantara.de erschienener Beitrag  (Melanie Christina Mohr: Mephistopheles spricht, Scheherazade taktiert) bringt uns heute zur märchenhaften Seite Goethes in seiner Auseinandersetzung mit dem Orient und dem Islam allgemein und 1001 Nacht im Besonderen. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts erschien die erste Übersetzung der Erzählungen aus 1001 Nacht in einer europäischen Sprache, übertragen von Antoine Galland. Auch wenn Galland die Geschichten nicht wortgetreu übersetzte, sondern sie den Vorstellungen und dem Geschmack eines europäischen Publikums der damaligen Zeit anpasste, so hinterließ die Veröffentlichung der Geschichten aus dem exotischen orientalischen Kulturkreis bleibenden Eindruck quer durch Europa. Bereits der junge Goethe  kannte wohl Scheherazade und die Geschichten, mit denen sie Nacht für Nacht den König bezaubert und ihr Leben verlängert. 

Noch immer ist das grundlegende Werk zur Einführung in Goethes Auseinandersetzung mit der märchenhaften Welt von 1001 Nacht das Buch „Goethe und 1001 Nacht“ von Katharina Mommsen.

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