Tierische Weisheiten

Wir kennen das: Tieren werden seit alten Zeiten menschliche Eigenschaften zugeschrieben. Nicht unbedingt aus Missachtung der Tiere, sondern aus dem sehr menschlichen Versuch, manche Eigenheiten der Menschen sichtbar zu machen. Fabeln, Märchen und viele andere überlieferte Geschichten sind voller Tiergestalten.

 Weniger bekannt ist, dass  auch die islamische Kulturwelt eine reiche Überlieferung an Tiergeschichten kennt, die weise Einsichten über die Menschen vermittgeln.

Die Autorin und Islamkundlerin Kathleen Göbel sammelt seit vielen Jahren solche Tiergeschichten aus dem islamisch-orientalischen Raum. In diesen Geschichten geht es bei Weitem nicht nur um Kamele und Esel, ganz im Gegenteil. Tauben, Papageien und überhaupt Vögel spielen in vielen Geschichten eine große Rolle. Auch im Koran werden Tiere mehrfach erwähnt mit der Betonung darauf, wie wichtig das menschliche Mitgefühl für diese Geschöpfe ist. Auch der Prophet Muhammad (sa) war ein beispielhafter Tierfreund – was vielen Muslimen erst jetzt allmählich wieder bewusst zu werden scheint.

Wer sich selbst von den vielen weisen Tiergeschichten und Gleichnissen ein Bild machen möchte. greife zu Kathleen Göbels Buch Tiere des Himmels: Weisheitsgeschichten aus dem Orient (Topos Taschenbücher)*.

Wer zuvor mehr über Autorin und Buch erfrahren möchte, lese ein Interview bei qantara.de mit ihr: Symbole für menschliche Stärken und Schwächen.

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Klassische Liebespaare

Im Februar feiern viele Menschen in aller Welt den Valentinstag als Tag der Liebenden (besonders Blumen und Süßwarengeschäfte freuen sich über hohe Absatzzahlen!). Dieser Tag geht auf einen christlichen Märtyrer namens Valentinus zurück, der irgendwann vor vielen Jahrhunderten vermutlich geköpft wurde. 

Aber uns geht es hier weder um kommerzielle Fragen noch um religiöse Lehren. Worauf es ankommt, ist die Liebe – dieser Dauerbrenner über Raum-, Zeit-und Kulturgrenzen hinweg. Als das klassische Liebespaar europäischer Tradition gelten wohl Romeo und Julia. Wie bei ihnen scheint bei den meisten berühmten Liebespaaren der Literatur die Liebe tragisch zu enden.

Zwei der bekanntesten klassischen Liebespaare des arabisch-islamisch-persischen Kulturraums haben wir bereits eigene Einträge gewidmet: Jusuf und Suleika und Leila und Madschnun.

Heute stellen wir zwei weitere Liebespaare der klassischen Literatur der islamischen Welt vor, die nicht ganz so bekannt sind, deren Geschichten sich aber ebenfalls großer Beliebtheit erfreuen.

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Feine Stoffe aus fernen Städten

Märchenhafte Pracht verbinden wir in unserer Vorstellung mit der fantastischen Welt des Orients aus 1001 Nacht. Dabei gibt es noch heute ganz Konkretes, was an die arabisch-orientalische Herkunft erinnert. Wir sprechen von prächtigen und kostbaren Stoffen, deren Namen ihren Ursprung in der arabischen Sprache und Geografie haben – auch wenn das heute kaum noch jemandem bewusst ist.

Den kostbaren Seidenstoff mit eingewebtem Muster, Damast – beliebt und bekannt zum Beispiel als Damasttischdecken oder Damastservietten – und seine Wortherkunft aus Damaskus haben wir bereits an anderer Stelle thematisiert, nämlich bei einer kleinen Zusammenstellung von Wörtern aus Syrien

Nicht nur Damaskus war berühmt für seine Seidenstoffe. Kostbare und deshalb begehrte Seidenstoffe wurden auch im islamisch-arabischen Bagdad gefertigt. Von diesem Städtenamen abgeleitet ist deshalb der Baldachin – eine Überdachung aus prächtigem Stoff für einen Thron, ein königliches Bett oder Ähnliches. Das Wort gelangte auf dem Umweg über die italienische Sprache ins Deutsche.

Auch feines Baumwollgewebe ist nach einer arabischen Stadt benannt: Musselin heißt der Stoff nach der Stadt Mossul im heutigen Irak. Auch dieses Wort brachten italienische Kaufleute in die deutsche Sprache.

Vielleicht kennen Sie auch Kattun – ein festes Baumwollgewebe. Dieses Wort kann seine direkten arabischen Ursprung nicht verleugnen. Arabisch قطن bzw. qutn bedeutet genau das: Baumwolle. (Jetzt wissen Sie auch, woher das englische Wort cotton für Baumwolle kommt!)

Was Sie unten im Bild sehen, ist nicht aus Baumwolle gefertigt, aber ein Beispiel für eine kunstvolle und wertvolle Textilarbeit arabisch-sizilischer Herkunft. Der Krönungsmantel des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wird heute in der Wiener Hofburg aufbewahrt und ausgestellt. Die arabisch-muslimischen Einflüsse dieses einzigartigen Kleidungsstücks sind unverkennbar und sie wurden bereits vielfach wissenschaftlich untersucht und nachgewiesen. 

Weltliche Schatzkammer Wien (162)

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